Themenanwaltschaft (Public Policy)

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Information

We are getting ready to do an update to the Public Policy Portal. This subpage shows the edits we propose to make.

We invite you to discuss these suggested edits on the discussion page. We would like to do the update to the Portal on Nov. 28, so please leave us your feedback at your earliest convenience.

--JGerlach (WMF) (talk) 21:03, 10 November 2016 (UTC)

Information

Dies ist eine Wiki-Version der Wikimedia-Seite zum Bereich "Themenanwaltschaft". Die dort eingestellten Texte kannst du hier diskutieren und übersetzen.


Der Bereich Themenanwaltschaft betrifft Wikimedia und Freies Wissen im Allgemeinen

Die Regeln bezüglich Zugang, Zensur, Urheberrecht, Verantwortung für fremdes Handeln und Datenschutz haben einen direkten Einfluss auf die Lebendigkeit der Wikipedia und die der anderen Wikimedia-Projekte. Die Wikimedia-Community ist in einer einzigartigen Position, um diese Regeln zu gestalten und es dadurch Menschen überall auf der Welt zu ermöglichen, dass sie freies Wissen nutzen, schaffen, miteinander teilen und neu zusammenstellen können.

Finde heraus, wie die öffentlichen Regeln Wikipedia unterstützen

Recherche

Zugang zu vertrauenswürdigen Quellen ist sehr wichtig, um Wissen zu dokumentieren und miteinander zu teilen. Wenn Wikipedianer für einen Wikipedia-Artikel recherchieren, sind sie auf einen freien Zugang zu Büchern, Artikeln und anderen Quellen angewiesen. Außerdem brauchen sie unzensierte und vertrauenswürdige Informationen, um einen neutralen Wikipedia-Artikel schreiben zu können. Bei ihren Recherchen im Internet muss das Leseverhalten der Wikipedianer geschützt sein, damit sie recherchieren können, ohne fürchten zu müssen, dass ihr Browserverlauf nachträglich fehlinterpretiert oder gegen sie verwendet wird.

Schreiben

Wikipedianer brauchen, um einen Artikel schreiben und bearbeiten zu können, Datenschutz und Anonymität, damit sie ihre Gedanken frei äußern und unbefangen über möglicherweise kontroverse Themen schreiben und die Fakten offenlegen können. Sie müssen urheberrechtsfreie oder kostenlos lizensierbare Medien finden können, um ihre Artikel zu illustrieren, ohne Angst haben zu müssen, ein Urheberrechtzu verletzen. Sie brauchen einen schnellen und günstigen Zugang zu Wikipedia, sodass sie die nötige Zeit haben, ihre Artikel zu verbessern. Sie brauchen die Gewissheit, dass ihre Wikipedia-Community der Bearbeiter die uneingeschränkte Kontrolle über die Versionen hat, auch ohne Eingriffe durch die Wikimedia Foundation. Um das zu erreichen, benötigen sie die Wikimedia Foundation als neutralen Host, damit Regierungen und andere Dritte sie nicht zum Löschen oder zur Änderung von Beiträgen zwingen können, die andere Menschen schreiben.

Teilen

Leser der Wikipedia, die einen Artikel überall auf der Welt frei teilen wollen, brauchen einen schnellen und vertrauenswürdigen Zugang zur gesamten Wikipedia. Das bedeutet, dass Wikipedia-Artikel niemals durch Internetdienstanbieter zensiert sein sollten. Die Wikimedia Foundation sollte zudem in der Lage sein, gegen Löschanfragen von Dritten Rechtsmittel einzulegen. Außerdem brauchen Leser der Wikipedia beim Aufrufen von Wikipedia-Artikeln Datenschutz, damit sie sich sicher fühlen können, wenn sie ihre intellektuelle Neugier stillen.

Kombinieren

Sobald ein Wikipedia-Artikel online verfügbar ist, kann er durch Beiträge anderer Benutzer, sowie durch Wiederverwendung bereichert werden. Kostenlose Lizenzen gestatten es anderen Benutzern, auf bereits bestehenden Artikeln aufzubauen, wo es das Urheberrecht sonst normalerweise verbietet. Beispielsweise können urheberrechtsfreie Inhalte, wie Wikipedia-Artikel, in andere Sprachen übersetzt, geteilt und durch jedermann wiederverwendet werden; auch wenn sie nicht Teil des Wikimedia-Projekts sind, ohne irgendwelche Einschränkungen.

Wachsen

Wikipedia ist niemals fertig. Um unser Ziel zu erreichen, die Gesamtheit allen Wissens zu sammeln, müssen Wikipedianer eine integrative und vielfältige Community sein. Vielfalt innerhalb der Community erfordert einen uneingeschränkten Zugang zu Wikipedia, in allen Ländern dieser Welt. Auch wenn viele Menschen Zugang zu Wikimedia-Projekten haben, gibt es viel mehr, die heute noch nicht in der Lage sind, bei unseren Projekten mitzumachen. Wir müssen alle Hindernisse für einen freien Zugang überwinden und Wissen schaffen.


Zugang

Wissen sollte für jeden Menschen frei verfügbar sein, in jedem Land, in jeder Sprache und auf jedem Gerät.

Warum du dir Gedanken machen solltest

  • Zugang zu freiem Wissen ist kein Privileg für einige wenige. Es ist ein Recht, das alle haben.
  • Kosten und Verfügbarkeit sind Hindernisse für Kreativität und für die Möglichkeit des Teilens.
  • Regeln für einen freien Zugang ermöglichen es mehr Menschen, zu recherchieren.

Wir glauben an eine Welt, in der jeder Einzelne uneingeschränkt am gesamten Wissen teilhaben kann. In der täglichen Praxis bedeutet das, dass dieses Wissen für alle verfügbar und zugänglich sein sollte. Unglücklicherweise hat nicht jeder überall auf der Welt den gleichen ungehinderten Zugang zum freien Wissen. Technologische, finanzielle und rechtliche Restriktionen beschränken die Möglichkeiten von Millionen Menschen, ihr Wissen zu teilen und ungehindert zu lernen.

Heute haben mehr als 60% der Welt keinen ungehinderten Zugang zum Internet. Ohne Internet ist ihr Zugang zu freiem Wissen erheblich eingeschränkt. Für viele ist es ein Infrastrukturproblem. Für andere besteht das Problem in der Bezahlbarkeit. Obwohl die Anzahl der Zugänge zu Endgeräten, wie Mobiltelefonen, enorm zugenommen hat, können die meisten Leute sich den Luxus des mobilen Datenverkehrs einfach nicht leisten.

Durch Projekte, die offline und gebührenfrei Zugang zu Wikipedia anbieten, können wir die Barriere der Anbindung und der Kosten des Datenverkehrs etwas absenken. All diese Bemühungen versorgen Millionen von Menschen mit einem ungehinderten Zugang zur weltweit größten gemeinschaftlich organisierten freien Wissenssammlung. Dadurch haben mehr Menschen die Möglichkeit, an Wikimedias riesiger Sammlung von Wissen auf zwei Weisen teilzuhaben, indem sie lesen beziehungsweise selber etwas beitragen.

Vertrauenswürdige Quellen sind sehr wichtig, um sicherzustellen, dass die bei Wikipedia veröffentlichten Artikel sachlich richtig sind und unser sich ständig fortschreitendes Verständnis der Welt widerspiegeln. Allerdings bleiben wichtige Informationen viel zu oft durch Bezahlschranken, sowie durch die Einschränkungen des Urheberrechts ungenutzt. Wir fördern mit aller Kraft Regeln für einen offenen Zugang, wie unsere, die dabei helfen, restriktive Bezahlschranken zu beseitigen, die den Zugang zu wertvollen Recherchen einschränken. Wenn mehr Institutionen Rechercheure dazu befähigen, ihre Ergebnisse an frei zugänglichen Orten verfügbar zu machen, wird die Allgemeinheit ein größeres Wissen zur Verfügung haben, um zu lernen, zu teilen und vor allem, um es zu vermehren.

Die Wikimedia Foundation hat die Erklärung von Lyon über den Zugang zu Informationen und Entwicklung unterzeichnet. Durch die Unterzeichnung dieser Erklärung haben wir uns den vielen anderen Organisationen angeschlossen, die daran arbeiten, die Hindernisse für den Zugang zu Wissen durch frei verfügbare Bildung und Information zu überwinden. Wir glauben, dass politische Entscheidungsträger diesen Themen Priorität einräumen sollten, um den Interessen ihrer Wählerschaft bestmöglich zu dienen.

Durch die weltweite Zusammenarbeit mit Interessenvertretern können wir die größten Hindernisse für den Zugang zu freiem Wissen erkennen und daran mitwirken, sie zu beseitigen. Wir können konkrete Maßnahmen ergreifen, wie Bildung und Einflussnahme auf Regierungen und politische Entscheidungsträger, damit Regeln für einen freien Zugang implementiert werden und in unterversorgten Gebieten eine bewährte Infrastruktur aufgebaut werden kann. Es reicht nicht aus, unsere Sammlung des Wissens zu teilen und zu vermehren. Wir müssen den Weg frei machen, um jedem Einzelnen dieses Wissen zu verschaffen.

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Zensur

"Wenn die Wahrheit durch Schweigen ersetzt wird, dann ist das Schweigen eine Lüge.”

-- Jewgeni Jewtuschenko

Jeder sollte das Recht auf einen freien Zugang zu Wissen haben und es teilen dürfen, ohne vom Staat zensiert zu werden.

Warum du dir Gedanken machen solltest

  • Die Freiheit des Zugangs zu Wissen und es zu teilen, gehört zu den Grundwerten der Wikimedia-Bewegung.
  • Regierungen und andere Stellen versuchen häufig, Wikimedia-Projekt zu zensieren, indem sie den Zugang der Menschen zu unverfälschten Informationen einschränken.
  • Das Zensieren von Wikimedia-Projekten hindert Menschen daran, freies Wissen zu lesen und es zu erzeugen.

Meinungsfreiheit ist ein Eckpfeiler des Freien Wissens. Wikipedia und die Wikimedia-Projekte bieten wertvolle Informationen über die Geschichte, Personen der Öffentlichkeit, Kultur und jedes andere gesellschaftliche Feld. In den Wikimedia-Projekten schaffen weltweit Communitys vor Ort und unabhängig von einander Freies Wissen in mehr als 200 Sprachen. Für viele Menschen ist Wikipedia die am besten zugängliche Quelle für neutrale Informationen in ihrer Sprache. Manche Leserinnen und Leser mögen Inhalte anstößig oder beleidigend finden. Anstößigkeit allein sollte aber nie als Rechtfertigung dafür dienen, wahrheitsgemäße Informationen zu entfernen. Wir glauben, dass es das Grundrecht jedes Menschen auf der Welt ist, Wissen frei teilen und darauf zugreifen zu können. Und wir lehnen Zensur entschieden ab, inklusive des Blockierens, Filterns und jeglicher anderer Versuche, rechtmäßige Informationen zu entfernen.

Regierungen und Anbieter von Internetdiensten haben Wikipedia in der Vergangenheit in einer Reihe von Ländern zensiert, sowohl im Zuge einer allgemeinen Zensur des Internets, als auch gezielt auf bestimmte Informationen ausgerichtet. Beispielsweise wurden in den letzten Jahren die Wikipedia-Domain und ausgesuchte Wikipedia-Artikel in Großbritannien, Iran, Syrien und Tunesien aufgrund von Inhalten blockiert, die staatliche Stellen als politisch sensibel betrachteten. Um versuchte Zensur zu bekämpfen, hat die Wikimedia Foundation den Zugang zu Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten per HTTPS und Strict Transport Security gesichert. HTTPS macht es Dienstanbietern im Internet und Anderen schwerer, den Browserverlauf zu überwachen und selektiv Artikel oder andere Inhalte zu zensieren.

Die Wikimedia Foundation widersteht Zensur in Form von Forderungen nach Löschung oder Änderung von Inhalten auch aktiv. Jedes Jahr erhalten wir Forderungen von Regierungen, Einzelpersonen und Unternehmen. Wir kommen wenigen bis gar keinen solcher Forderungen nach und wenn, dann nur, wenn es rechtlich erforderlich ist. Wir erhalten außerdem Mitteilungen bezüglich des Digital Millennium Copyright Act (DMCA), die Urheberrechtsverletzungen geltend machen. Wir analysieren jede Mitteilung gewissenhaft, um sicherzustellen, dass sie stichhaltig ist, und damit der DMCA-Vorgang nicht dafür missbraucht wird, die Wikimedia-Projekte zu zensieren. Wir beurteilen den Schutzanspruch des betroffenen Werkes, die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Urheberrechtsverletzung und die Möglichkeit des Fair Use. Wenn wir Inhalte in Folge einer DMCA-Forderung entfernen müssen, halten wir den Vorgang in unserem Transparenzbericht fest, der alle zwei Jahre erscheint, und veröffentlichen die Forderung online, was Anderen ermöglicht, die gleiche Art der Analyse durchzuführen.

Wir haben uns aktiv gegen Gesetzesregelungen ausgesprochen, die zu einer stärkeren Internetzensur hätten führen können. 2011 protestierte die italienische Sprachversion von Wikipedia gegen ein italienisches Gesetz, das die Redefreiheit eingeschränkt hätte. Im Januar 2012 schwärzte sich die englische Wikipedia, um gegen den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den PROTECT IP Act (PIPA) zu protestieren, die die Meinungsfreiheit im Internet schwerwiegend untergraben hätten. Später im gleichen Jahr protestierte die russische Wikipedia gegen ein russisches Gesetz, das Internetzensur ermöglicht hätte. In jüngerer Vergangenheit reagierte die russische Wikipedia auf Zensurdrohungen mit einer standhaften Selbstverpflichtung, neutrale, verlässliche Informationen zu liefern. Es genügt nicht, Zensur nur dann zu bekämpfen, wenn sie Wikimedia bedroht. Informationen sind ein Ökosystem und an jedem einzelnen Ort, an dem Zensur ausgeübt wird, schadet sie dem Freien Wissen.

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Urheberrecht

Menschen lesen nicht nur; sie erschaffen, teilen und kombinieren. Diese neue Lebenswirklichkeit sollte das Urheberrecht in seiner Weiterentwicklung abbilden.

Warum du dir Gedanken machen solltest

  • Das Internet ist weder schreibgeschützt noch ein reines Lesemedium. Man sollte das Recht haben, Inhalte zu schaffen, zu teilen und kombinieren zu können.
  • Urheberrechtsgesetze sollten so reformiert werden, dass Freies Wissen für jeden Menschen zugänglicher wird.
  • Werke, die mit öffentlichen Geldern erschaffen werden, sollten gemeinfrei sein.

Jeder sollte das Recht haben, auf Wissen zuzugreifen, es zu erschaffen, zu teilen und zu kombinieren. Das kombinierbare Wissen kann verwendet werden für Lehrbücher, Webseiten, Kunst und andere Schöpfungen. Diese Form der Wiederverwendung hilft dabei, Freies Wissen besser zu verbreiten. Im Endeffekt sind es immer mehr Menschen, die es tagtäglich lesen und verbessern. Gemeinsam schaffen sie ein Wissen, das jedem gehört. Eine Reform der Urheberrechte wird dazu beitragen, dieses Ziel für Menschen überall auf der Welt zu verwirklichen.

Ein verbesserter Zugang zu Wissen betrifft die Einschränkungen, die es sowohl bei Originalquellen als auch bei sekundären Informationen gibt. Wikimedias GLAM- (Gallerien, Literaturbibliotheken, Archive und Museeen) Initiative arbeitet daran, Kulturgüter in den Wikimedia-Projekten verfügbar zu machen. Falls Kulturgüter noch nicht urheberrechtsfrei sind, werden sie unter einer kostenlosen Lizenz eingestellt, wie beispielsweise der Creative Commons Lizenz. Auf diese Weise bereichern sie nicht bloß die Projekte, sondern können in einem breiten Spektrum von Kontexten wiederverwendet werden. Kostenlose Lizenzen, wie Creative Commons Lizenzen, können es den Menschen ermöglichen, außerhalb der Wikimedia-Projekte Kulturgüter zu teilen, auch in den sozialen Medien. Dadurch kann Wissen von jedem weitaus umfangreicher geteilt und wiederverwendet werden, online und offline.

Innerhalb der nächsten Jahre werden wahrscheinlich die Urheberrechtsgesetze der Vereinigten Staaten reformiert. Ein derartiges Vorhaben gibt es auch in der Europäischen Union. Während das Urheberrecht an das digitale Zeitalter angepasst wird, sollten die Gesetzgeber die große Bandbreite der neuen Urheber im Web beachten.

Staatlich finanzierte Werke sollten der Öffentlichkeit gehören. Deshalb sind Werke, die von staatlichen Organisationen geschaffen werden, immer urheberrechtsfreizur Verfügung zu stellen. In den Vereinigten Staaten sind die Werke der Bundesregierung automatisch urheberrechtsfrei. Für viele Werke der europäischen Regierungen trifft dies dagegen nicht zu. Die Gesetzgebung muss geändert werden, um sicherzustellen, dass staatliche Werke öffentlich verfügbar sind, sowohl in der Europäischen Union als auch weltweit. Indem immer mehr und ganz unterschiedliche Schöpfungen urheberrechtsfrei werden, können sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dadurch hat jeder die Freiheit, Quellen zu finden und zu nutzen, die wichtige Informationen liefern. Außerdem wird auf diesem Wege die Wissensgrundlage verbreitert, auf der die Mitglieder der Community aufbauen, um neue Inhalte für die Wikimedia-Projekte zu erstellen.

Während wir uns für eine bessere Verfügbarkeit von Werken einsetzen, indem sie urheberrechtsfrei werden oder dem Fair Use unterliegen, treiben wir auch gezieltere Reformen weiter voran. Beispielsweise hat sich die Wikimedia-Community kürzlich unmissverständlich für die Panoramafreiheit in der Europäischen Union eingesetzt, um das Recht zu schützen, Fotos von Gebäuden veröffentlichen zu dürfen. Wir sind der Meinung, dass dieses Recht auf alle Fotos von Gebäuden erweitert werden sollte, die sich im öffentlichen Raum befinden; sowohl für eine kommerzielle als auch für eine nicht-kommerzielle Wiederverwendung. Wir bestärken alle Länder der Europäischen Union und der ganzen Welt darin, das Recht auf Panoramafreiheit einzuräumen.

Die Benutzer der Wikipedia sind Autoren, Schöpfer und Künstler, die sich dafür entschieden haben, ihre Werke uneingeschränkt mit anderen zu teilen. Das Internet ermöglicht es den Menschen Werke auf eine Art und Weise zu teilen, zu kombinieren und neu zu interpretieren, die bisher nicht für möglich gehalten wurde. Urheberrechtsgesetze haben die Aufgabe, diese Rechte zu schützen. Zu diesem Zweck fordern wir kürzere Laufzeiten für Urheberrechte und stärkere, umfassendere Fair Use-Ausnahmen, eine breitere Anwendung der Panoramafreiheit und eine größere Unterstützung durch kostenlose Lizenzen. Menschen sollten ein Werk uneingeschränkt kommentieren und neu verwenden können, ohne befürchten zu müssen, dass sie ungewollt Urheberrechte verletzen.

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Verantwortung für fremdes Handeln

Die Gesetzgebung sollte es Internetplattformen gestatten, ohne redaktionelle Einflussnahme zu arbeiten, damit Menschen frei Inhalte teilen und ihre Meinung äußern können.

Warum du dir Gedanken machen solltest

  • Die Wikimedia-Projekte sind neutrale Plattformen, wo du dich frei äußern und Inhalte teilen kannst.
  • Menschen können sich nur dann frei äußern, wenn die Gesetze neutrale Herausgeber und hostende Internetdienstanbieter schützen.
  • Webseiten sollten nicht dazu verpflichtet sein, nutzergenerierte Inhalte zu überwachen.

Wikimedia-Projekte werden überall auf der Welt durch außergewöhnliche Menschen ins Leben gerufen und bearbeitet. Sie tragen Texte und Bilder bei, entwickeln und betreuen Richtlinien für die Veröffentlichung und lösen aufkommende Meinungsverschiedenheiten. Die Wikimedia Foundation hostet und unterstützt die Wikimedia-Projekte, kontrolliert jedoch nicht, was Menschen im Rahmen der Projekte schreiben oder was sie zu ihnen beitragen. Die Wikimedia-Projekte sind neutrale und offene Plattformen, wo Menschen frei lernen und Wissen teilen.

Neutrale Internetplattformen und Herausgeber sind für einen freien Wissensaustausch überaus wichtig, bei Wikipedia und anderswo. Wikimedia-Projekte erhalten Hunderte Bearbeitungen pro Minute, insgesamt Milliarden Bearbeitungen seitdem die Projekte gegründet worden sind. Als nicht-gewinnorientierte Organisation ist die Wikimedia Foundation - um sich vor Haftungsansprüchen wegen fremder Tätigkeiten zu schützen - lediglich dazu in der Lage, diesen sehr schnell wachsenden Inhalt zu hosten. Dieser Schutz bietet unter ganz unterschiedlichen Bedingungen einen "sicheren Hafen" beziehungsweise eine Haftungsfreistellung für das Hosten nutzergenerierter Inhalte.

In den USA und Europa sind Gesetze, wie Section 512 des US- Digital Millennium Urheberrechtsgesetzes (DMCA), Section 23 des US Communications Decency Act (CDA Section 230) und die EU E-Commerce Richtlinie unverzichtbar, um diese Neutralität zu gewährleisten. Diese Gesetze sichern einen robusten Schutz vor Haftungsansprüchen wegen fremder Tätigkeiten, sodass die Wikimedia Foundation in der Lage ist, Wikipedia und andere Wikimedia-Projekte als neutrale Plattformen zu hosten. Falls das Gesetz keinen "sicheren Hafen" gewährt, wäre es vielen Seiten, zu denen auch die Wikimedia-Projekte zählen würden, nicht möglich, von den Nutzern erzeugte Inhalte zu hosten.

Es kommt verhältnismäßig selten vor, dass die Wikimedia Foundation aufgefordert wird, als illegal bezeichnete Inhalte zu entfernen. Mitglieder der Wikimedia-Community arbeiten sorgfältig, um Urheberrechtsverletzungen oder andere gesetzwidrige Inhalte in den Wikimedia-Projekten zu vermeiden und bereinigen so schnell wie möglich andere Themen, die mit den Inhalten zusammenhängen. Wenn die Wikimedia Foundation auf diese Handvoll berechtigter Löschanträge antwortet, werden diese Sachverhalte von uns im Zweijahres- Transparenzbericht dokumentiert.

Sofern die rechtlichen Pflichten der Plattformen dergestalt ausgeweitet werden, dass sie nutzer-generierten Inhalt beobachten und proaktiv entfernen müssen, wird es für Gruppierungen mit freier Kultur und offenem Austausch unmöglich sein, als Online-Community zu wachsen. Auf diesem Gebiet der Gesetzgebung müssen wir neue Vorschläge auf den Weg bringen und erläutern, in welcher Weise diese Regelungen neutrale Plattformen betreffen. Außerdem müssen wir "Safe-harbor-Regeln" verteidigen, sobald sie angegriffen werden.

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Datenschutz

Jeder sollte darin frei sein zu lesen und zu schreiben, ohne befürchten zu müssen, dass der Staat ihm über die Schulter sieht.

Warum du dir Gedanken machen solltest

  • Datenschutz ist für unsere intellektuellen Freiheiten unabdingbar, für das Lesen, Schreiben und Recherchieren.
  • Menschen sollten sich frei fühlen, zu lesen und zu schreiben, ohne befürchten zu müssen, dass der Staat oder seine Helfer ihnen über die Schulter sehen.
  • Datenschutz kann eine wichtige persönliche Angelegenheit sein. Selbst für diejenigen, die nichts zu verbergen haben.

Datenschutz ist das Fundament des Freien Wissens und sorgt für Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Diese Freiheiten ermöglichen wiederum Erkundigungen, Dialoge und kreatives Arbeiten. Für Wikimedias Vision, es jedem zu ermöglichen, an der Summe des Wissens der Menschheit teilzuhaben, ist der Datenschutz von besonderer Bedeutung. Menschen sollten keinen Blick über ihre Schulter werfen müssen, bevor sie recherchieren oder innehalten müssen, wenn sie einem kontroversen Artikel etwas hinzufügen und nicht davor zurückschrecken bewiesene, jedoch unpopuläre, Informationen beizutragen.

Wikimedia-Projekte dienen als Plattformen für Menschen aus aller Welt, die sich dadurch Wissen aneignen und teilen können. In manchen Fällen können Menschen aus persönlichen beziehungsweise politischen Gründen den Wunsch haben, anonym zu bleiben, wenn sie Beiträge zu den Wikimedia-Projekten beisteuern. Wikimedia ermöglicht es Menschen unter einem Pseudonym zu arbeiten, ohne irgendwelche persönlichen Angaben machen zu müssen, oder sogar ohne ein Benutzerkonto anlegen zu müssen. Anonymität und Pseudonymität kann Menschen vor Vergeltungsmaßnahmen schützen, die ihnen drohen, weil sie etwas zu den Wikimedia-Projekten beigetragen haben.

Außerdem sollen sich Menschen dabei wohlfühlen, Wikipedia zu lesen, ohne Angst haben zu müssen, dass staatliche Stellen oder Dritte ihr Nutzerverhalten nachverfolgen oder sie beobachten. Im Juni 2015 führte die Wikimedia Foundation das HTTPS-Protoll zur Verschlüsselung des gesamten Datenverkehrs zu und von den Wikimedia-Projekten ein. Außerdem verwenden wir HTTP Strict Transport Security, sodass Webbrowser den Befehl erhalten, mit den Wikimedia-Projekten ausschließlich über eine sichere Verbindung zu kommunizieren, um sich vor Versuchen zu schützen, HTTPS zu umgehen und den Datenverkehr abzufangen.

Wikimedia-Projekte entstehen nicht isoliert. Die Datenschutzpraktiken anderer Seiten, die als zuverlässige Quellen gelten, haben Einfluss auf die Mission von Wikimedia, Wissen zu sammeln und zu teilen. Für unsere Arbeit an dem Projekt des Freien Wissens brauchen wir im gesamten Internet Sicherheit und Datenschutz, sodass Bearbeiter und Leser vorbehaltlos Informationsquellen recherchieren können, die sie für den Aufbau der Wikipedia brauchen.

Insbesondere dürfen Internetnutzer keiner Massenüberwachung ausgesetzt sein, die sowohl die intellektuelle Neugier als auch die Kreativität lahmlegen würde. Datenschutz ist ein Grundrecht, das im internationalen Recht anerkannt ist, wie in der Internationalen Konvention über bürgerliche und politische Rechte (Article 17) und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Article 12). Willkürliche Massenüberwachung verletzt dieses Grundrecht. Wir wenden uns mit aller Macht gegen Massenüberwachung, unabhängig davon, durch welche Regierung oder Institution sie erfolgt. Zu diesem Zweck unterzeichneten wir die Internationalen Grundsätze für die Anwendung der Menschenrechte in der Kommunikationsüberwachung, die fordern, dass staatliche Einrichtungen Grundprinzipien respektieren, wie:

  • Verhältnismäßigkeit: Die Notwendigkeit einer Überwachung sollte sorgfältig abgewogen werden gegen die Auswirkungen auf den Datenschutz und auf das Recht auf freie Meinungsäußerung.
  • Anwender-Benachrichtigung: Privatpersonen, die Ziel der Überwachung sein sollen, müssen genügend Zeit und Informationen haben, um gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.
  • Transparenz: Staatliche Einrichtungen müssen hinsichtlich des Ausmaßes der Überwachung und der angewendeten Technologien Transparenz üben.
  • Integrität der Kommunikation und der Systeme: Staatliche Einrichtungen sollten die Internetdienstanbieter der Hardware- und Softwarehändler nicht zwingen dürfen, ihre Systeme mit Überwachungstechnologien auszurüsten.

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