Strategy/Wikimedia movement/2018-20/Transition/Global Conversations/Report/January/de

From Meta, a Wikimedia project coordination wiki
Jump to navigation Jump to search
Other languages:
Deutsch • ‎English • ‎español • ‎français • ‎ગુજરાતી

Onlinegruppe der globalen Gespräche vom 23. Januar.
Onlinegruppe der globalen Gespräche vom 24. Januar.

Am 23. und 24. Januar 2021 kamen etwa 200 Wikimedianer*innen zusammen, um auf Grundlage der strategischen Empfehlungen Wikimedia 2030 die Umsetzung des globalen Interimsrates (Interim Global Council, IGC) zu besprechen. Während zweier vierstündiger Gespräche und einem Dutzend Kleingruppendiskussionen haben die Teilnehmenden verschiedene Perspektiven eingebracht. Die Gespräche drehten sich darum, wie der IGC strukturiert und die Bewegung repräsentieren soll, wie die Mitglieder ausgewählt werden könnten und in welchem Zeitrahmen das alles geschehen sollte.

Nach der Analyse von etwa 25.000 Wörtern, die von Teilnehmenden eingebracht wurden, hat das Support Team die folgende Zusammenfassung der Diskussionen zusammengestellt. Gemeinsam mit der Zusammenfassung präsentiert das Support-Team auch einen Vorschlag zur Zusammenführung mit zwei möglichen Gestaltungsoptionen für das weitere Vorgehen, die zur Überprüfung und Kommentierung offen sind, damit sie weiterentwickelt werden können.

Überblick

Dezentrale Organisation wird seit langem in der Bewegung diskutiert und ist auch ein integraler Bestandteil der Gespräche über die Strategie der Bewegung. Es ist ein Kernpunkt mit breiter Unterstützung in verschiedenen Teilen der Gemeinschaft. Es hat einen großen Einfluss auf die Zukunft der Bewegung und unser Potenzial, in der strategischen Richtung gut vorwärts zu kommen, und auch auf die Umsetzung der Initiativen der Bewegungsstrategie.

Bei der Ausarbeitung der Empfehlungen haben die Gemeinschaften einen repräsentativen globalen Rat (Global Council) als dringenden Bedarf in der Bewegung identifiziert. Der Globale Rat würde einige Entscheidungen und Befugnisse übernehmen, die derzeit beim Board of Trustees der Foundation (dem Kuratorium der Wikimedia-Stiftung) liegen bzw. von diesem wahrgenommen werden. Der Rat, seine Rolle, Funktion und Verantwortlichkeiten sollen durch die Charta der Bewegung (Movement Charter) festgelegt werden. Da die Erstellung der Charta der Bewegung selbst einige Zeit in Anspruch nehmen kann, wurde der globale Interimsrat als vorübergehende Lösung gedacht, um die Umsetzung schnell in Gang zu bringen, und als ein Mechanismus, der für Definition und Aushandlung der neuen Befugnisse und die Erstellung der Charta verantwortlich ist. Die Etablierung dieser Strukturen ist das Hauptziel des "Movement Governance Clusters" (Verwaltung und Organisation der Bewegung) während der Implementierungsphase.

Entwurfsoptionen

Basierend auf den Diskussionen und den wichtigsten Erkenntnissen hat das Strategie-Support-Team Optionen für die Gestaltung des Interim Global Councils erarbeitet. Diese Optionen basieren sowohl auf der Übereinstimmung aus den globalen Gesprächen vom 23. und 24. Januar 2021 als auch auf der Auswertung breiterer Diskussionen durch das Team.

Aspekt Generalversammlungsmodell Modell gezielter Arbeitsgruppen
Konzeptübersicht
  • Von der Generalversammlung beauftragte Sonderausschüsse, um die zielgerichtete Arbeit voranzutreiben 1. einer für die Entwicklung der Bewegungscharta, einschließlich Gesprächen über die Verantwortlichkeiten der Bewegung, 2. ein anderer für die Sicherstellung der Beaufsichtigung der Umsetzung der Bewegungsstrategie
  • Einheitliches Gremium (Generalversammlung mit 40-60 Personen), um die Abstimmung der Arbeit und ein hohes Maß an Repräsentation aller Akteure der Bewegung zu gewährleisten
  • Legitimität des Prozesses durch hohe Repräsentativität im Arbeitsgremium geschaffen
  • Spezielle Komitees (10-15 Personen), um die zielgerichtete Arbeit voranzutreiben 1) eines für die Entwicklung der Bewegungscharta, einschließlich Gesprächen über die Verantwortlichkeiten der Bewegung, 2) ein anderes für die Sicherstellung der Aufsicht über die Umsetzung der Bewegungsstrategie
  • Die Abstimmung erfolgt zwischen den 2 Komitees ohne ein koordinierendes Gremium.
  • Legitimität des Prozesses wird durch einen bewegungsweiten Ratifizierungsprozess geschaffen
Struktur
  • Besteht aus einer breit repräsentativen Generalversammlung, die etwa 40-60 Mitglieder umfasst (siehe "Auswahl" unten)
  • Die Generalversammlung wird zwei zielgerichtete Arbeitsgruppen mit jeweils 10-15 Mitgliedern einberufen, die die folgenden Aufgaben haben:
    1. Erstellung der Bewegungscharta und Einrichtung des Prozesses zur Gründung des Globalen Rates.
    2. Beaufsichtigung der Umsetzung der Bewegungsstrategie
  • Zusammengesetzt aus zwei zielgerichteten Arbeitsgruppen mit jeweils 10-15 Mitgliedern, mit folgenden Aufgaben:
    1. Erstellung der Movement Charter und darauf aufbauend der Prozess zur Gründung des Globalen Rates.
    2. Beaufsichtigung der Umsetzung der Movement-Strategie.
    3. Sicherstellung der Koordination durch ein regelmäßiges Treffen, bei dem sich alle oder einige Beauftragte treffen, um sich abzustimmen und zu koordinieren
Repräsentation
  • Die Fachkenntnisse und die Repräsentation festlegen, die für die Generalversammlung und die Arbeitsgruppen benötigt werden.
  • Zuteilung von Quoten für die Vertretung nach der Methode der degressiven Proportionalität
    • Quoten der Repräsentation, um die Vielfalt der Bewegung besser widerzuspiegeln und Wege für unterrepräsentierte Gruppen in die Führungsebene der Bewegung zu eröffnen.
  • Die Verbindung zu den Gemeinschaften wird über die Repräsentation hergestellt, jedoch können zusätzliche Instrumente (Gespräche, Sprechstunden [office hours] und Transparenz der Arbeit) genutzt werden, um die Verbindung zu stärken.
  • Externe Fachleute und Berater*innen werden hinzugezogen oder eingestellt, um Hilfestellungen zu geben und eng mit den Arbeitsgruppen zusammenzuarbeiten, haben aber kein Stimmrecht im Rat.
  • Erfassung des Fachwissens und der Repräsentation für die Funktionen der Ausschüsse, die vor der Ernennung oder der Auswahl durch die Gemeinschaft zu erfolgen hat.
  • Quoten der Repräsentation, um die Vielfalt der Bewegung besser widerzuspiegeln und Wege für unterrepräsentierte Gruppen in die Führungsebene der Bewegung zu eröffnen.
  • Die Verbindung zu einem größeren Kreis von Gemeinschaftsmitgliedern kann durch Gespräche, Sprechstunden (office hours) und Transparenz der Arbeit erreicht werden.
  • Das gesamte Fachwissen muss nicht in den Komitees sitzen, da externe Expertise und Beratung hinzugezogen oder angeworben werden kann, um zu beraten und eng mit den Arbeitsgruppen zusammenzuarbeiten
Auswahl
  • Auswahlprozess:
    • Einrichten eines Auswahlkomitees, das den Auswahlprozess in der gesamten Bewegung definiert.
    • Zwei Drittel der Mitglieder der Generalversammlung werden in einem offenen, von den jeweiligen Gemeinschaften festgelegten Verfahren gewählt.
    • Ein Drittel der Mitglieder wird ernannt, um Fachwissen hinzuzufügen und Repräsentationslücken in der Versammlung zu schließen. Diese Sitze werden von den ausgewählten Mitgliedern des Globalen Interimsrats ernannt.
  • Jede Gemeinschaft/Affiliate (oder Gruppe von Gemeinschaften/Affiliates) wird das Auswahlverfahren selbständig durchführen.
    • Es werden klare Kriterien benötigt, um einen fairen und transparenten Auswahlprozess in jeder Gemeinschaft zu gewährleisten.
    • Die Anzahl der Sitze wird anhand der Quoten festgelegt (siehe "Repräsentation").
  • Auswahlprozess:
    • Einen Auswahlausschuss einrichten, der die Interessenvertretungen der Bewegung repräsentiert, um die Erfassung durchzuführen und die Ernennungs- und lokalen Auswahlprozesse zu definieren.
    • Bei einigen Sitzen für vordefinierte Gruppen von Gemeinschaften/Affiliates wird der Auswahlprozess selbständig durchgeführt.
    • Für andere Sitze ernennt der Auswahlausschuss die Mitglieder auf der Grundlage ihrer Profile und identifizierter Lücken in der Mitgliedschaft.
  • Die Anzahl und Zusammensetzung der Sitze wird auf der Grundlage der vordefinierten Kriterien der Fachkompetenz und der Vertretungsquoten festgelegt.
Pros
  • Stellt die Schlüssigkeit der Diskussionen und Prozesse sicher;
  • Gewährleistet die Vielfalt der Perspektiven und eine gute Repräsentation bei allen Entscheidungen;
  • Legitimität der Arbeit im repräsentativen Aufbau eingebettet.
  • Geringere Anforderungen an die Gemeinschaften.
  • Bessere Verteilung der Arbeitsbelastung;
  • Fokussierung auf das Wesentliche der Themenbereiche, was einen besseren Fortschritt unterstützt.
Contras
  • Es kann lange dauern, die Arbeit aufzunehmen, insbesondere für ein temporäres Arbeitsgremium;
  • Erhöhtes Risiko von Erschöpfung und Ausstieg - es ist zu viel verlangt, dass die Mitglieder bei der ganzen Arbeit anwesend sind;
  • Der größte Teil der Arbeit wird wahrscheinlich von einer kleinen Gruppe von Personen getragen werden;
  • Ein Ratifizierungsprozess für die Arbeit könnte noch erforderlich sein, was den Nutzen des Modells schmälert.
  • Quoten werden wahrscheinlich umstritten sein.
  • Die Legitimation wird nicht in der Repräsentation liegen und würde externe Gemeinschaftsprozesse erfordern (z. B. Ratifizierung der Charta)
  • Es besteht die Gefahr, dass der Ratifizierungsprozess wieder auf die Macht der Mehrheit und der "lauten Stimmen" zurückfällt und damit die in der Bewegungscharta entwickelten gerechteren Elemente wegfallen
  • Gefahr der Zusammenhanglosigkeit zwischen verschiedenen Arbeitsschienen
  • Arbeitsgruppen weniger repräsentativ für die Vielfalt der Perspektiven
  • Quoten werden wahrscheinlich umstritten sein.
Zeitgebung
  • Die Einrichtung der Generalversammlung wird mehr Zeit in Anspruch nehmen und die Einrichtung des Gremiums auf das Ende des laufenden Geschäftsjahres oder den Beginn des nächsten Jahres verschieben, was aufgrund des Sommers in der nördlichen Hemisphäre zu einer zusätzlichen Verzögerung führen könnte
  • Es könnte möglich sein, die Zeitspanne durch einen schnelleren Ratifizierungsprozess zu verkürzen, der durch die Vertretung im eigentlichen Interim Global Council erleichtert wird
  • Es scheint immer noch, dass die Wahl des Modells der Generalversammlung bedeutet, dass die tatsächliche Einrichtung des Globalen Rates erst Ende 2022 oder Anfang 2023 erfolgen wird
  • Die Einrichtung der Arbeitsgruppen mit einem Berufungsmodell ist vom Konzept her schneller und soll die Arbeit an der Bewegungscharta bereits zum Ende des Geschäftsjahres 20/21 ermöglichen.
  • Die Funktionsfähigkeit dieses Modells hängt vom Ratifizierungsmodell der Bewegungscharta ab, das eine weitreichende Legitimation und Gültigkeit schaffen wird, was bedeutet, dass der Abschluss des Bewegungschartaprozesses und der Start der (Aus-)Wahlen zum Globalen Rat mehr Zeit in Anspruch nehmen könnten.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass mit diesem schlankeren Arbeitsgruppenmodell der Global Council bis Mitte 2022 eingerichtet werden kann.

Zusammenfassung der Diskussionen

Während der Veranstaltungen kamen die Menschen in insgesamt 4 verschiedenen Diskussionen zusammen, die sich auf verschiedene Aspekte der Einrichtung des Interim Global Council konzentrierten. Diese waren Struktur, Repräsentation, Auswahl und Planung. Dieser Bericht enthält eine Zusammenfassung der Gespräche während der globalen Gespräche zu den folgenden Themen:

23 January survey
24 January survey
Die Ergebnisse einer Umfrage, die während der Veranstaltung durchgeführt wurde. Die Umfrage nutzte eine sogenannte quadratische Abstimmung (Diese ist prinzipiell wie Kumulieren, aber zusätzlich hat man insgesamt weniger Stimm-Punkte, je mehr man einem einzelnen Thema zuteilt). Dies sollte den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, ihre Präferenz für verschiedene Optionen für Struktur, Repräsentation und Auswahlprozess des Interim Global Council zu zeigen.]
Struktur
Wie der Globale Interimsrat mit seinen verschiedenen Aufgaben umgehen sollte, einschließlich: 1. Erstellung der Movement-Charta (MC), 2. Einrichtung des Global Council (GC), und 3. Beaufsichtigung der Umsetzung der Movement-Strategie.
Repräsentation
Überlegungen zu den verschiedenen Gruppen, die im Rat repräsentiert sein sollten und sicherstellen, dass sie nicht außen vor gelassen werden.
Auswahl
Festlegen, wie die Ratsmitglieder ausgewählt werden, wobei folgende Möglichkeiten bestehen: Wahlen, Ernennungsprozess oder ein gemischtes Modell.
Zeitplan
Grobe Planung, Zeitrahmen und Reihenfolge der Aufgaben für den Interim Global Council.

Structure

Diskussionszusammenfassung "Struktur"
23. Januar (Raum 1)
23. Januar (Raum 2)
24. Januar (Raum 1)
24. Januar (Raum 2)

Wesentliche Punkte

  • Allgemeine Zustimmung zur Bildung separater Unterkomitees des IGC, um sich auf separate Aufgaben zu konzentrieren.
  • Unterkomitees mit der Aufgabe:
    1. Aufsetzen der Charta der Bewegung und Einrichten des globalen Rates.
    2. Beaufsichtigung der Umsetzung der Strategie
  • Eine Generalversammlung kann ein breites Spektrum an Repräsentation bieten und wichtige Entscheidungen treffen.
  • Das Aufsetzen der Charta der Bewegung sollte dem Einrichten des globalen Rates vorausgehen.
  • Unterschiedliche Argumente dafür, ob die Beaufsichtigung der Implementierung vom IGC oder von einem anderen Gremium übernommen werden sollte.

Diskussion

Angesichts der Vielfalt der Aufgaben des Interim Global Council und des geschätzt hohen Arbeitsaufkommens bestand nahezu Konsens darüber, dass es effektiver wäre, die Arbeit auf verschiedene Unterkomitees aufzuteilen, die sich jeweils auf eine Aufgabe konzentrieren können. Die Unterkomitees können in Bezug auf ihren potenziellen Umfang und ihr Engagement flexibel sein: Jedes kann eine bestimmte Anzahl von "Kern"-Mitgliedern für die gesamte Dauer des IGC haben, wobei andere je nach ihrer Verfügbarkeit hinzukommen oder sich zurückziehen.

Es gab zwar einen Konsens über die Einrichtung separater Unterkomitees, aber es gab auch erhebliche Diskussionen über die Notwendigkeit einer engen Koordinierung zwischen diesen Unterkomitees, vielleicht durch eine "Generalversammlung". Auf diese Weise wird jede Gruppe in der Lage sein, sich auf ihren eigenen Arbeitsbereich zu konzentrieren, während die Versammlung wesentliche, einheitliche Entscheidungen für den gesamten Rat trifft. Die Versammlung muss repräsentativer für die Bewegung sein als ihre Untergruppen, damit die Legitimität des IGC gewährleistet ist.

Da jedoch die Charta der Bewegung den Rahmen für die Einrichtung des Globalen Rates bilden soll, wurde es nicht als machbar angesehen, diese beiden Aufgaben parallel zu erledigen: Das Unterkomitee für die Charta wird notwendigerweise dem Unterkomitee für den Globalen Rat vorausgehen.

Die Beaufsichtigung der Umsetzung ist dagegen eine ganz andere Aufgabe, die andere Fähigkeiten erfordert. Der GC könnte für diese Aufgabe besser geeignet sein als der übergangsweise eingesetzte IGC. Eine offene Frage ist die Zuständigkeit für die Aufsicht vor der Einsetzung des GC: das heißt, ob der GC dabei eine Rolle spielen sollte oder ob sie an ein anderes Gremium delegiert werden sollte.

Repräsentation

Wesentliche Punkte

  • Es besteht die Notwendigkeit, sowohl Fachwissen als auch Vielfalt in den Interim Global Council einzubringen.
  • Im IGC sollten Quoten vergeben werden, um die Vielfalt zu fördern.
  • Einigkeit darüber, dass unterrepräsentierte Gemeinschaften und Online-Communities vorrangig vertreten werden sollten.
  • Die Stakeholder-Gruppen, die vertreten sein werden, sollten klar definiert sein.
  • Für bedürftige Mitglieder sollte angesichts der hohen Arbeitsbelastung eine Entschädigung oder finanzielle Unterstützung in Betracht gezogen werden.
Diskussionszusammenfassung "Repräsentation"
23. Januar
24. Januar

Diskussion

Die Anzahl der Vertreter im IGC sollte ein Gleichgewicht erreichen, indem sie groß genug ist, um die vielen Gemeinschaften zu repräsentieren, und klein genug, um aktiv und zielgerichtet zu bleiben. Es muss bedacht werden, dass es sich um ein Interimsgremium handelt, das in der nächsten Phase Raum für Verbesserungen und Änderungen bietet.

Die Zusammensetzung des IGC sollte sich sowohl auf eine vielfältige Repräsentation als auch auf Fachwissen konzentrieren. Es muss eine klare Definition der Stakeholder-Gruppen und eine Erfassung der Unterschiede und Überschneidungen zwischen ihnen geben. Zum Beispiel sind die "unterrepräsentierten Gemeinschaften" eine weit gefasste Kategorie, die einer besseren Definition bedarf und auch weniger umfangreiche Kategorien wie Minderheitensprachen zu umfassen scheint. Darüber hinaus muss die gesamte Bandbreite der Vielfalt definiert werden, die für die Erfüllung der Aufgaben des IGC vorhanden sein muss.

Als wichtigste Gruppen, die im Interim Global Council vertreten sein sollten, kristallisierten sich die unterrepräsentierten Gemeinschaften und Online-Projektgemeinschaften heraus. Andere stark unterstützte Gruppen waren: geschlechtsspezifisch unterschiedliche Mitglieder, geografisch unterschiedliche Mitglieder, sprachlich unterschiedliche Mitglieder (Haupt- und Nebensprachen), Mitwirkende der Schwester-Wikiprojekte, Mitglieder und Mitarbeitende der angeschlossenen Organisationen (Affialiates), Leitung der angeschlossenen Organisationen und externe Fachleute (zur Beratung).

Zusätzlich ist es entscheidend, an dieser Stelle auch nicht- und unterrepräsentierte Stimmen einzubeziehen, um sicherzustellen, dass diese Stimmen weiterhin im Global Council vorhanden sind: Dies sollte mit zugewiesenen Quoten sichergestellt werden. Es ist möglich, dass ein einzelne Vertretung mehrere Quoten erfüllen kann. Diversität ist sowohl in der Zusammensetzung als auch in den Diskussionen sowie bei der Ratifizierung durch die Gemeinschaft erforderlich.

Für das Verfassen und die Verbreitung der Charta sind Governance-Fachwissen, kulturelle Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und tiefgreifende Kenntniss der Gemeinschaft erforderlich. Externe Fachleute und Partner sollten zur Beratung oder als Beiräte und nicht als verbindliche Mitglieder eingeladen werden, da ihre Einarbeitung in die Komplexität der Bewegung sehr zeitaufwändig sein wird,

Es wurde vorgeschlagen, dass eine Entschädigung oder finanzielle Unterstützung für Mitglieder in Betracht gezogen werden sollte, um sicherzustellen, dass sie die Zeit und die Ressourcen haben, um sich zu beteiligen. Eine solche Unterstützung für die Vielfalt wird darauf abzielen, in die Zukunft der Bewegung die Perspektiven einzubeziehen, die verpasst und ausgelassen wurden, anstatt die bestehende Situation zu festigen.

Auswahl

Wesentliche Punkte

  • Hundertprozentige Wahlen bergen das Risiko, zu einem "Popularitätsvotum" zu werden, während eine komplette Ernennung die Legitimität der Ergebnisse gefährdet.
  • Allgemeine Zustimmung zu einem gemischten Modell aus Wahl und Ernennung als ausgewogene Option.
  • Unterstützung für mindestens ein Zweidrittelmehrheits-Modell der gewählten Sitze in einigen Diskussionen (sogenannte Supermajority).
  • Das Auswahlmodell könnte auf Schnelligkeit abzielen (aufgrund des Übergangscharakters des IGC), oder es könnte Zeitaufwand erfordern (um die Vorarbeit für den GC zu gewährleisten).
  • Vorschlag für unabhängige Wahlen (evtl. sogar ein anderes Auswahlmodell) für jede Community oder jedes Wikiprojekt.
Diskussionszusammenfassung "Auswahl"
23. Januar
24. Januar

Diskussion

Während einige Argumente dafür sprachen, dass die Auswahlmethode vollständig auf Ernennung oder vollständig auf Wahlen basieren sollte, gab es eine Mehrheit für ein gemischtes Wahl-/Ernennungsmodell. Die Argumentation war, dass ein vollumfänglicher Wahlprozess viel Zeit in Anspruch nehmen und zu einer Vertretung der "traditionellen Mehrheit" führen kann, während ein vollumfängliches Ernennungsmodell die allgemeine Legitimität des Prozesses in Frage stellen kann.

Gleichzeitig ist es wichtig, das Verhältnis zwischen den gewählten und den ernannten Sitzen zu definieren. Während es in einer der Diskussionsgruppen (24. Januar) eine klare Unterstützung für eine Supermajority (mindestens Zweidrittelmehrheit) der gewählten Sitze gab, kam die andere Gruppe (23. Januar) nicht explizit zu diesem Ergebnis (für die Gruppe am 23. Januar war dieses Modell nicht in den vordefinierten Möglichkeiten für die Diskussion). Es gab sowohl Unterstützung für entweder: 1. für die notwendige Zeitinvestition für einen Konsensprozess und 2. für eine schnelle Einrichtung des IGC, die auf dringende Bedürfnisse reagiert.

Bestimmte Sitze können mit jedem der beiden Modelle ausgewählt werden. Während die Wahlen die Repräsentation der wichtigsten Gemeinschaften sicherstellen können, könnten Ernennungen die verbleibenden Lücken in Bezug auf Vielfalt und Fachwissen füllen. Es sollte überlegt werden, wie die einzelnen Unterkomitees des IGC ausgewählt werden, nicht nur der Rat insgesamt.

Es ist wichtig, von den bewährten Verfahren bestehender Bewegungsgremien und -ausschüsse zu lernen. Es wurde vorgeschlagen, dass Personen, die für den IGC ausgewählt werden, nicht dem ersten Global Council beitreten können, um die Neutralität des Konzepts zu gewährleisten. Ebenso sollte jede Ernennung auf klaren und transparenten Kriterien beruhen, die die Legitimität sicherstellen.

Der Vorschlag für das Wahlmodell war, lokale Wahlen zu haben, bei denen jedes Projekt oder jede Gruppe mit Quoten ihren eigenen Wahlprozess durchführen wird. Die Diskussion ergab, dass zentralisierte Wahlen zwar ein unfairer Prozess für kleinere Gemeinschaften wären, dass aber lokale Wahlen sorgfältig gehandhabt werden müssen, damit jede Gemeinschaft gut unterstützt wird und die Wahlen über die verschiedenen Gruppen und Projekte hinweg transparent gehalten werden.

Zeitplan

Es folgt ein grober Zeitplan, der auf einer Zusammenführung verschiedener Vorschläge aus den Diskussionen basiert:

Zieltermin (nach Quartal) Meilenstein
Ende von Q1 2021 Einigung auf den Umfang, das Mandat, die Ressourcen, die Struktur, die benötigten Fähigkeiten, die Vertretung und das Auswahlmodell des IGC als sogenannter DARCI-Framework (ein Verantwortungs- und Konsultationsmodell des Projektmanagements)
Früh im Q2 2021 Einrichtung des Wahlverfahrens für den IGC (Kriterien, Transparenz, Quoten)
Früh im Q2 2021 Groß angelegte Informationskampagne zur Vorbereitung der Wahlen zum IGC.
Mitte Q2 2021 Die Mitglieder des IGC werden gewählt bzw. ausgewählt
Ende von Q2 2021 Einarbeitung und Teamaufbau der IGC-Mitglieder
Früh im Q3 2021 Gespräche über die Bewegungscharta beginnen
Früh im Q4 2021 Beratung mit Fachleuten zur Bewegungscharta
Ende von Q4 2021 Erster Entwurf der Bewegungscharta
Früh im Q1 2022 Offene Besprechung des Entwurfs der Bewegungscharta
Ende von Q1 2022 Präsentation der fertiggestellten Charta auf dem Wikimedia Summit
Früh im Q2 2022 Beginn des Auswahlverfahrens des Global Councils
Ende der Wikimania 2022 Der IGC wird aufgelöst
Diskussionszusammenfassung "Planung"
23. Januar
24. Januar

Diskussion

Um die Lehren aus der Vergangenheit bestmöglich zu nutzen, ist es entscheidend, eine Kommunikationsstrategie für die Gespräche des IGC auszuarbeiten. Die oberste Priorität des IGC sollte die Erstellung der Bewegungscharta sein, die umfangreiche Gespräche und einen Ratifizierungsprozess erfordert.

Die Verbreitung der Charta (zusammen mit anderen Dokumenten und Entscheidungen) sollte in den Zeitplan eingebaut werden, ohne gleichzeitige zeitraubende Aufgaben. Für eine periodische Bewertung, um eine kontinuierliche Übereinstimmung mit den Empfehlungen sicherzustellen, sollte ebenfalls Zeit eingeplant werden.

Der Zeitplan sollte flexibel sein, um die laufende COVID-19-Pandemie zu berücksichtigen.

Quellen

Notizen zu Diskussionsräumen, aus den globalen Gesprächen vom Januar (englisch, auf Etherpads):