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Jahresplan der Wikimedia Foundation/2025–2026/Globale Trends

From Meta, a Wikimedia project coordination wiki
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Immer, wenn wir bei der Wikimedia Foundation mit der Jahresplanung für das kommende Jahr beginnen, erstellen wir eine Liste von Trends, von denen wir glauben, dass sie den Kontext, in dem die Wikimedia-Bewegung und -Projekte funktionieren, erheblich beeinflussen werden. Dabei stellen wir bestimmte Online-Trends heraus, die für unsere Mission am relevantesten sind, etwa Veränderungen in der Art und Weise, wie und wo Menschen online Informationen suchen und beitragen, der Anstieg von Falschinformationen und Desinformation in Online-Räumen und die sich weiterentwickelnde Regulierung von Online-Informationsanbietern. Diese Analyse ermöglicht es uns, unsere Planung mit der Leitfrage zu beginnen: „Was braucht die Welt jetzt von Wikimedia?“

Diese Frage treibt Gespräche mit dem Movement und innerhalb des Movements an. Wie in den vergangenen Jahren machen die folgenden Trends deutlich, wie stark sich unser aktuelles technisches, geopolitisches und soziales Umfeld von den Gründungstagen der Wikipedia unterscheidet und wie wir uns weiter anpassen und weiterentwickeln müssen. All diese Trends werden in unseren Jahresplan sowie in Strategien einfließen, die unsere Zukunft beeinflussen – von einem besseren Schutz von Wikimedianer:innen durch geeignete technische Werkzeuge über Vertrauens- und Sicherheitsmaßnahmen bis hin zu Experimenten, die Wikimedia-Inhalte auf neue Arten ans Publikum bringen.

Veränderungen der Art und Weise, wie und wo Menschen Informationen erhalten und beitragen

Vertrauen in Informationen aus dem Internet nimmt ab und der gemeinsame Konsens darüber, welche Informationen wahr und vertrauenswürdig sind, löst sich auf

Letztes Jahr haben wir festgestellt, dass Konsumierende online mit Informationen überflutet werden und zunehmend erwarten, dass die Informationen von vertrauenswürdigen Personen zusammengefasst werden. Mit der Einführung von Google-KI-Übersichten und anderen KI-Suchprodukten werden viele Menschen, die im Internet nach Informationen suchen, jetzt von KI unterstützt. Trotzdem hat die KI-gestützte Suche andere Möglichkeiten, wie Menschen Informationen erhalten (z. B. über traditionelle Suchmaschinen oder in sozialen Medien), noch nicht überholt. Wir sehen jedoch, dass der Trend, den wir letztes Jahr festgestellt haben, sich auf vertrauenswürdige Menschen zu verlassen, stärker geworden ist: Menschen sind zunehmend skeptisch gegenüber traditionellen Wissensinstitutionen wie staatlichen Einrichtungen und Medien und wenden sich stattdessen in zunehmender Zahl Online-Persönlichkeiten zu, die einen größeren Einfluss auf das haben, was Menschen glauben. Online-Persönlichkeiten (z. B. Podcaster oder Vlogger) auf Social-Media-Plattformen sind jetzt global ein stärkerer Einflussfaktor bei wichtigen Ereignissen wie Wahlen. Durch die Hinwendung zu Persönlichkeiten, mit denen sie ideologisch und demografisch übereinstimmen, landen Menschen zunehmend in isolierten Filterblasen, die den gemeinsamen Konsens über Fakten auflösen.

Menschen beteiligen sich gerne in Online-Räumen, die eine lohnende Verbindung bieten

Als Website, die auf die Beiträge und Zeit von Hunderttausenden von Wikimedianer:innen angewiesen ist, verfolgen wir die Trends, wo und wie Menschen online beitragen. Letztes Jahr haben wir hervorgehoben, dass Menschen mittlerweile viele lohnende, wirkungsvolle Möglichkeiten haben, Wissen online zu verbreiten. In diesem Jahr beobachten wir, dass Menschen weltweit sich gerne an kleineren thematischen Gruppen (auf Plattformen wie Facebook, WhatsApp, Reddit und Discord) beteiligen und dort ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen. Diese Räume sind weltweit immer beliebter und geben Menschen ein besseres Gefühl beim Beitragen als breite, allgemeine Kanäle in den sozialen Medien. Ein engagierter Kern von Freiwilligen hält diese Communitys am Laufen, indem sie zentrale Aktivitäten wie Moderation und Neulingsschulungen übernehmen.

Vor allem für junge Menschen sind Videospiele zu einem aktiven Raum geworden, der mit den sozialen Medien konkurriert. Auf Plattformen wie Discord und Twitch sind Gaming-Communitys entstanden, auf denen Menschen aktiv mitmachen und zusammenarbeiten – sie spielen nicht nur, sondern organisieren Veranstaltungen oder übernehmen Moderationstätigkeiten. Plattformen nutzen Spiele, um das User-Engagement für unabhängige Produkte zu steigern, wie der erfolgreiche und wachsende Spiele-Bereich der New York Times zeigt.

Menschen haben begrenzte Zeit für Online-Aktivitäten, und wir vermuten, dass eine Ursache für den Rückgang der Anzahl neuer Menschen, die sich als Benutzer:innen für Wikimedia-Projekte anmelden – eine Entwicklung, die 2020–2021 begann und bis heute weitergeht –, mit der wachsenden Popularität und Attraktivität der Teilnahme an einigen dieser anderen Online-Räume zusammenhängen könnte.

Veränderungen der Art und Weise, wie Informationen online verbreitet und reguliert werden

Digitale Informationen, die von Menschen erstellt und geprüft werden, sind das wertvollste Gut in den Plattformkriegen um KI-Technologie

Letztes Jahr haben wir vorhergesagt, dass KI zur Erstellung und Verbreitung von Desinformation im Internet einsetzt werden würde. Dieses Jahr sehen wir, dass KI-Inhalte schlechter Qualität nicht nur zur Verbreitung falscher Informationen generiert werden, sondern als Methode dienen, um schnell reich zu werden, und das Internet überflutet wird. Hochwertige Informationen, die zuverlässig vom Menschen produziert werden, sind zu einem schwindenden und wertvollen Gut geworden, das Technologieplattformen aus dem Internetz scrapen und durch neue Sucherfahrungen (sowohl KI als auch traditionelle Suche) über ihre Plattformen weiterverbreiten. Verleger von menschengemachten Online-Inhalten in verschiedenen Branchen (z. B. viele der großen Nachrichten- und Medienunternehmen weltweit) reagieren mit Verhandlungen über Inhaltslizenzverträge mit KI-Unternehmen und der Einrichtung von Paywalls, um sich vor missbräuchlicher Wiederverwendung zu schützen. Diese Beschränkungen schränken die Verfügbarkeit kostenloser, qualitativ hochwertiger Informationen für die breite Öffentlichkeit noch weiter ein.

Der Streit um neutrale und überprüfbare Informationen bedroht den Zugang zu Wissensprojekten und ihren Beitragenden

Im vergangenen Jahr haben wir betont, dass Regulierung weltweit Herausforderungen und Chancen für Onlineprojekte zur Verbreitung von Informationen bietet, die je nach Gerichtsbarkeit variieren. In diesem Jahr haben die Herausforderungen beim Online-Austausch verifizierter, neutraler Informationen deutlich zugenommen. Der öffentliche Konsens über die Bedeutung von Begriffen wie „Fakten“ und „Neutralität“ löst sich zunehmend auf und wird politisiert. Interessengruppen, Influencer und einige Regierungen säen Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Online-Quellen, mit denen sie nicht einverstanden sind. Andere versuchen, Informationsquellen durch mutwillige Klagen und Verfahren zum Schweigen zu bringen.

Weltweit werden mehr und mehr Gesetze erlassen, die Online-Technologieplattformen regulieren sollen, dabei aber keinen Raum für gemeinnützige Plattformen lassen, die im öffentlichen Interesse agieren, z. B. Open-Science-Initiativen, Wissen aus Crowdsourcing sowie Kulturerbe-Repositorien und Online-Archive. Undifferenzierte Regulierung des Internets kann die Privatsphäre von Beitragenden und des Publikums dieser Plattformen bedrohen und die Moderationspraktiken der Community gefährden. Zum Beispiel können Gesetze, die Plattformen zwingen, die Identität von Besuchenden oder Mitwirkenden zu überprüfen und nachzuverfolgen, die Privatsphäre und Sicherheit der Menschen beim Zugriff auf oder bei der Verbreitung von Informationen gefährden. Regulierungen, die von Plattformen verlangen, dass sie sofort Inhalte entfernen, die als Fehlinformationen gekennzeichnet sind, stehen integrierten Sicherheitsmaßnahmen zur Bekämpfung von Fehlinformation auf Plattformen entgegen, die durch gemeinschaftlichen Konsens funktionieren und Genauigkeit über Gewinn stellen.

Lies mehr und nimm am Gespräch darüber teil, wie die neutrale Sichtweise in Wikipedia gestärkt werden kann.

Die Anzahl der Benutzer:innen mit erweiterten Rechten nimmt ab

Die langfristige Zukunftsfähigkeit von Wikipedia beruht auf einem stetigen Zustrom neuer Benutzer:innen, die qualitativ hochwertige Inhalte beitragen und aktiv bleiben. In allen Wikimedia-Websites übernehmen vertrauenswürdige Freiwillige Aufgaben – sowohl technischer als auch sozialer Natur –, um zu gewährleisten, dass Wikimedia-Projekte und ihre Communitys reibungslos und sicher funktionieren. Jüngere Untersuchungen zeigen jedoch einen Rückgang der Benutzer:innen mit erweiterten Rechten, was das Wachstum und den Gesamtzustand der Community vor Herausforderungen stellt.

Benutzer:innen mit erweiterten Rechten – eine Gruppe, die Administrator:innen, Bürokrat:innen und eine Reihe anderer Rollen mit fortgeschrittenen Berechtigungen umfasst – spielen eine enorme Rolle beim Erhalt eines guten Zustands von Wikimedia-Projekten, der Verhinderung von Schäden und der Vorbereitung positiver Veränderungen. Benutzer:innen mit erweiterten Rechten sind das verbindende Element, um unsere Projekte multigenerational zu gestalten.

Lies mehr und beteilige dich an der Diskussion über die technischen und sozialen Initiativen der Foundation, um Benutzer:innen mit erweiterten Rechten zu unterstützen.

Wie es weitergeht und wie du mitreden kannst

Wie bei unseren früheren Community-Updates zu Trends ist dies keine allumfassende Liste der Bedrohungen und Chancen, mit denen unser Movement konfrontiert ist, sondern eher eine Vorlage, um zu diskutieren und uns darauf zu verständigen, wie wir darauf eingehen können, was die Welt jetzt von uns braucht, wenn wir für das nächste Geschäftsjahr planen. Anfang dieses Jahres hat Selena Deckelmann, Chief Product & Technology Officer, unsere globale Community eingeladen, ihr mitzuteilen, welche Trends und Veränderungen für sie am wichtigsten sind – bitte setzt die Diskussion auf dieser Diskussionsseite fort. In den kommenden Monaten wird die Wikimedia Foundation ihren Entwurf des Jahresplans veröffentlichen, um darzulegen, welche Schritte wir für das kommende Jahr als Antwort auf diese Trends planen. Einige sind bereits im Gange: Um dem Rückgang neuer Beitragender entgegenzuwirken, fügen wir beispielsweise neue Arten von „Edit-Checks“ hinzu, intelligente Workflows, die konstruktive mobile Bearbeitungen für Neulinge einfach machen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie auch in Zukunft wieder beitragen. Wir freuen uns auf weitere Community-Gespräche darüber, wie wir unsere freien Wissensprojekte in einer sich verändernden sozio-technischen Landschaft schützen und weiterentwickeln können.