DE policy/Positionen

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Positionen

Hier bieten wir eine Übersicht der inhaltlichen Positionen von Wikimedia Deutschland e.V. zu den verschiedenen vereinsrelevanten Themen und politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen. Diese Übersicht ist stets aktuell aber aus praktischen Gründen nie ganz vollständig. Insofern hat die Darstellung hier eher informatorischen Charakter. In Zukunft soll durch die Darstellung noch besser erkennbar gemacht werden, welche Positionen als aktuell oder als veraltet angesehen werden oder sich gerade in Überarbeitung befinden.

Je nach Tragweite der jeweiligen Position nutzt die Geschäftsstelle verschiedene Methoden und Foren, um die Positionen zu entwickeln und zu überarbeiten. Die Spalte "Entstehungsform" stellt das rudimentär dar: Wenn dort "Geschäftsstelle" etwa steht, ist die Position das Ergebnis der Zusammenarbeit von Mitarbeitenden des Vereins und teils hinzugezogener externer Expertise. "Deliberation" bedeutet, dass hierzu ein Deliberationsforum mit zufällig ausgewählten Vereinsmitgliedern abgehalten wurde. Wer mehr dazu wissen will oder hier ein bestimmtes Thema für veraltet hält oder vermisst, kann uns jederzeit in der Geschäftsstelle oder per Mail ansprechen.


Entstehungsform Position Stellungnahme
Geschäftsstelle

Informationsfreiheitsgesetze zu Transparenzgesetzen ausbauen[edit]

Positionstext in Arbeit ...

Ausführung: ...
Geschäftsstelle

Mit staatlichen Mitteln erstellte Inhalte müssen frei nutzbar sein[edit]

Wir glauben, dass alle staatlich finanzierten Werke und sonstigen Inhalte der Allgemeinheit gehören und demnach frei nutzbar sein sollten. Wir wollen, dass alle von den EU-Institutionen, nationalen Regierungen, deren Ministerien und sonstigen Regierungsstellen und Behörden publizierten Inhalte – sofern sie nicht ohnehin als amtliche Werke weitgehend rechtefrei sind – frei verfügbar und nutzbar gemacht werden.

Wir rufen deswegen Deutschland und die Europäische Union dazu auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und eine Vorbildrolle für Freies Wissen einzunehmen. Die freie Nutzbarkeit der mit Steuermitteln finanzierten Inhalte kann nicht nur die Transparenz staatlichen Handelns, die Stärkung der Zivilgesellschaft und allgemein das Freie Wissen voranbringen, sondern auch ganz neue Handlungsfelder und Wirtschaftszweige entstehen lassen. Insgesamt haben konsequente Freigaben positive Effekte auf Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen.
Stellungnahme zur geplanten EU-Urheberrechtsreform

Anliegenzu Klaren Regelungen zu amtlichen Werken
Anliegen zu Öffentliches Geld - Öffentliches Gut

Geschäftsstelle

Panoramafreiheit/Straßenbildfreiheit europaweit harmonisieren[edit]

Die Panoramafreiheit ist grundlegend wichtig, um die freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Bildung in Europa​ sicherzustellen. Nicht nur Wikipedia-Artikel sind stark auf Abbildungen von öffentlichen Plätzen angewiesen, weil dadurch ihr Bildungswert gesteigert bzw. mitunter erst erreicht wird.

Der Umstand, dass die EU-Mitgliedstaaten nicht verpflichtet sind, überhaupt eine Regel zur Panoramafreiheit in ihr nationales Recht zu integrieren, erzeugt zusammen mit den zum Teil deutlich unterschiedlichen nationalen Umsetzungen in denjenigen Mitgliedstaaten, die eine Panoramafreiheit verankert haben, eine für juristische Laien (und damit auch und gerade für Freiwilligenprojekte) nicht handhabbare Komplexität zu beachtender rechtlicher Regeln. Dies erschwert sowohl die Digitalisierung der Ansichten des öffentlichen Raumes als auch beträchtlich die spätere Nachnutzung solcher Fotografien und Filme durch Touristen, Filmemacher, Fotografen, Journalisten, Start-Ups und sonstige Internetnutzer. In Anbetracht der Relevanz, die der Panoramafreiheit durch die EU-Kommission selbst zugemessen wird, des positiven politischen Klimas im Europäischen Parlament und im Rat dazu und der alltäglichen Probleme, die die gegenwärtige Situation eines rechtlichen Flickenteppichs verursacht, fordert Wikimedia eine verbindliche und weitgehend harmonisierte Panoramafreiheit im EU-Urheberrecht zu verankern​. Dies ist bei weitem das am einfachsten erreichbare Etappenziel hin zu einem gesetzlichen Rahmen, der sowohl mit der schöpferischen Realität als auch mit den Bedürfnissen der digitalen Welt im Einklang steht.
Stellungnahme zur geplanten EU-Urheberrechtsreform
Geschäftsstelle

Ein zusätzliches Presseverleger-Leistungsschutzrecht wird abgelehnt[edit]

Es hat den Anschein als hätte die EU-Kommission es versäumt, die Risiken und Folgen eines neuen Leistungsschutzrechtes für Presseverleger zu bedenken, das noch dazu ohne De-minimis-Ausnahmen und mit der 20-fachen Schutzfrist im Vergleich zur – ohnehin von vielen Experten als völlig misslungen angesehenen – Lösung in Deutschland vorgeschlagen wird.

Beim vorgeschlagenen Szenario müssten Onlinedienste für die Nutzung von Snippets Lizenzen erwerben, obwohl kleinste Textbestandteile aus gutem Grund nach den Prinzipien der Revidierten Berner Übereinkunft (Anm.: Dem völkerrechtlichen Grundlagenvertrag des Urheberrechts) niemals schutzfähig sein könnten. Die Autorinnen und Autoren der Wikipedia verwenden regelmäßig in kleinen bis kleinsten Ausschnitten Pressematerialien und erstellen konnotierte Bibliografien, um die Artikel zu verbessern. Es besteht daher eine realistische Gefahr, dass Wikipedia rechtlich einem Aggregator gleichgestellt und für verlinkte Titel von Zeitungsartikeln und diverse weitere Quellenangaben lizenzverpflichtet wird. Hierzu wird es nach dem vorgeschlagenen Schutzrecht möglicherweise schon ausreichen, wenn die URL des Verweises Teile der Schlagzeile des jeweiligen Presseartikels enthält, was sehr verbreitet ist. Es ist fast unmöglich, die auf diese Weise auf Wikipedia und andere Freiwilligenprojekte zukommenden Kosten einzuschätzen und die möglichen Folgen dieser finanziellen Risiken auf die Arbeit der Projekte abzusehen. Wahrscheinlich wäre, dass die Verwendung von Presseartikeln bei der Beschreibung von aktuellen Themen deutlich reduziert werden müsste, was eine Verschlechterung des im Internet verfügbaren Wissens nach sich ziehen würde. Zu diesen Risiken steht der angebliche Nutzen eines (Presse-)Verleger-Leistungsschutzrechtes in keinem Verhältnis. Auf die europaweite Einführung eines solchen Rechts sollte verzichtet werden.
Geschäftsstelle

Keine Einhegung des kulturellen Erbes durch staatliche Gedächtnisinstitutionen[edit]

Ein Großteil des kulturellen Erbes der Gesellschaft befindet sich in Form von Kunstgegenständen und anderen historischen Objekten in den Beständen staatlicher Bibliotheken, Archive und Museen. Diese staatlichen Gedächtnisinstitutionen haben die Aufgabe, sowohl für den Erhalt der Kulturgüter als auch dafür zu sorgen, dass sie im Bewusstsein der Menschen präsent bleiben. Wenn Objekte nicht zugänglich sind, sind sie für das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft verloren.

Das gilt für Online-Zugang zu digitalen Repräsentationen der Objekte (Digitalisate) genauso wie für klassische Ausstellungen in Museen und physisch anschaubare Dokumente in Archiven. Mitunter erhalten Gedächtnisinstitutionen gerade für die Digitalisierung ihrer Bestände gesonderte Finanzmittel. Soweit diese Bestände urheberrechtlich bereits gemeinfrei sind, erleichtert der gemeinfreie Status den Zugang zu ihnen deutlich. Niemand muss dann mehr eine Erlaubnis von Urheberinnen oder ihren Nachkommen einholen, um die gemeinfreien Werke abbilden oder anderweitig nutzen zu dürfen. Wir halten es daher für einen Widerspruch zum öffentlichen Auftrag der Gedächtnisinstitutionen, wenn diese nach einer Digitalisierung gemeinfreier Werke aus ihren Beständen ausschließliche Lichtbildrechte an den Digitalisaten geltend machen. Soweit es sich bei den digitalisierten Werken um Gemälde handelt, gehen wir davon aus, dass an digitalen Abbildungen davon – unabhängig vom handwerklichen Aufwand des Digitalisierungsvorgangs – schon gar keine neuen Lichtbildrechte entstehen können. Es handelt sich rechtlich betrachtet vielmehr um Vervielfältigungen, die ebenso gemeinfrei sind wie die Gemälde, die als Vorlagen dienen. Doch selbst wenn man dies anders sehen wollte (derzeit laufen dazu zwei Gerichtsverfahren in Deutschland) und doch auch bei zweidimensionalen gemeinfreien Werken bei der Repro-Fotografie neue Lichtbildrechte entstehen sollten, halten wir es für nicht mit dem Auftrag öffentlicher Gedächtnisinstitutionen vereinbar, wenn diese ihre aufgrund der Digitalisierung erworbenen Rechte in einer Weise geltend machen, die eine Verbreitung der Digitalisate behindert. Wird eine solche Praxis dann auch noch mit Verboten eigener Fotos der Besuchenden in den Räumen der Institutionen kombiniert, ist der Zugang zum kulturellen Erbe der Gesellschaft massiv und ohne Rechtfertigung erschwert.
Anliegen zu Katalogfreiheit

Anliegen zum Erhalt des gemeinfreien Status bei Digitalisierung des kulturellen Erbes Antwort auf die Öffentliche Konsultation zu Europeana

Geschäftsstelle

Abbau der rechtlichen Blockade verwaister Werke[edit]

Hinsichtlich solcher Gegenstände des kulturellen Erbes, bei denen Unklarheit über die urheberrechtliche Nutzbarkeit besteht, weil die jeweiligen Urheberinnen und Urheber oder sonstigen Rechteinhabende nicht genau bekannt und/oder nicht kontaktierbar sind (verwaiste Werke), kommt es trotz gesetzgeberischer Reformbemühungen auf EU-Ebene zu einem unter Umständen Jahrzehnte andauernden Zustand der rechtlichen Blockade jeglicher Nutzung – was keinesfalls im Sinne der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit diesen Werken und auch nicht unbedingt im Sinne der jeweiligen Urheberinnen und Urheber ist, deren Schaffen durch die Blockade in Vergessenheit gerät.

Die EU-Richtlinie zu verwaisten Werken hat zwar den Versuch unternommen, die Rechtslage vernünftiger zu gestalten, ist daran jedoch weitgehend gescheitert. So sind nicht nur die Anforderungen an die vor einer Nutzung verwaister Werke durchzuführenden “sorgfältigen Suche” (diligent search) und Registrierung in der Praxis allenfalls durch die ganz Großen unter den Gedächtnisinstitutionen Europas erfüllbar. Auch die Regelung, dass bei späterem Auftauchen der Urheberinnen und Urheber rückwirkend für die gesamte Zeit der Nutzung eine Vergütung nachzuzahlen ist, schließt sowohl kleinere Institutionen als auch sämtliche Non-profit-Initiativen und Freiwilligenprojekte faktisch von der Nutzung verwaister Werke aus. Die Suchanforderungen müssen daher gesenkt und die Rückwirkung der Vergütungspflicht muss gestrichen werden.

Im Übrigen schließt sich Wikimedia Deutschland vollumfänglich der Hamburger Note von 2015 an:

Hamburger Note zur Digitalisierung des kulturellen Erbes


Die Digitalisierung bietet große Chancen für den Zugang zum kulturellen Erbe. Sie ist unumgänglich, damit Archive, Museen und Bibliotheken weiterhin ihren wichtigen öffentlichen Aufgaben gerecht werden können.
Allerdings sind die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen des Urheberrechts ein großes Hindernis. Bei älteren Werken, die noch urheberrechtlich geschützt sind, ist die Rechtesituation meist sehr kompliziert. Eine umfassende Digitalisierung des kulturellen Erbes wird damit noch auf Jahrzehnte hinaus nicht möglich sein, solange Archive, Bibliotheken und Museen für jedes einzelne Objekt den urheberrechtlichen Status klären müssen.
Augenscheinlich wird dies bei den sogenannten „verwaisten Werken“, bei denen die Hürden für eine Nutzung auch nach der neuen gesetzlichen Regelung noch zu hoch sind. Allerdings wurde in Deutschland bei Büchern eine Lösung gefunden, die im Zusammenspiel mit Verwertungsgesellschaften eine Einzelrechteklärung entbehrlich macht. Dies ist zwar ein erster Schritt. Wenn die Chancen der Digitalisierung genutzt werden sollen, bedarf es aber gesetzlicher Rahmenbedingungen, die für alle öffentlichen Gedächtnisinstitutionen eine rechtliche Einzelfallprüfung entbehrlich machen und grundsätzlich eine Sichtbarmachung von Beständen im Internet ermöglichen.
Gelingt es nicht, die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend weiterzuentwickeln, können wichtige Zeugnisse des kulturellen Erbes weiter aus Gründen der rechtlichen Unsicherheit nicht digital genutzt werden. Dadurch droht eine bedenkliche Verzerrung unseres Geschichtsbildes. Auch werden weiter erhebliche öffentliche Ressourcen für die Klärung von Rechtsfragen aufgewendet, die den Gedächtnisinstitutionen fehlen und die auch nicht den Urhebern zugutekommen.
Stellungnahme zur geplanten EU-Urheberrechtsreform
Fellowprogramm Freies Wissen

Für eine offene Wissenschaft[edit]

Offene Wissenschaft macht den wissenschaftlichen Prozess von der Datenerhebung bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse offen zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar. Dadurch soll nicht nur die Qualität wissenschaftlicher Forschung und Lehre, sondern auch der Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verbessert werden.

Im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen, welches von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband 2016 ins Leben gerufen wurde, haben die zehn geförderten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler fünf Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie richten sich an wissenschaftliche Institutionen und zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen für Offene Wissenschaft zu verbessern und die Öffnung von Wissenschaft auf institutioneller Ebene zu fördern.

Wikimedia Deutschland unterstützt den Appell des Fellowprogramms Freies Wissen 2016/2017:

Berliner Appell für eine Offene Wissenschaft- Handlungsempfehlungen an Wissenschaftseinrichtungen


1. Open Research Policy
Wissenschaftseinrichtungen sollten sich klar zu Offener Wissenschaft bekennen. Schon kleine Signale der Unterstützung - etwa im Rahmen von Presse- und Social-Media-Äußerungen - können viel bewirken. Mittelfristig sollte jede Einrichtung ihre Grundsätze zu offener Wissenschaftsmethodik mit ethischer Verbindlichkeit ausformulieren.
2. Personelle Verankerung
Wissenschaftseinrichtungen sollten Verantwortliche für Offene Wissenschaft ernennen. Diese sollen vor allem nach innen wirken, also Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren offenen Forschungsaktivitäten beraten und unterstützen. Soweit die Stellenlage keine Vollzeitstelle zulässt, ist die Nebentätigkeit angemessen anzuerkennen und ggf. freizustellen.”
3. Förderung durch Personalpolitik
Berufungskommissionen sollten das Thema Offenheit bereits in Ausschreibungen einfordern. Beiträge zur Offenheit der Wissenschaft gehören auf die Kriterienliste für Berufungen und sollten in der Publikationsliste der Bewerberinnen und Bewerber besonders gewürdigt werden. Der Einsatz für eine offene Wissenschaft sollte in die Zielvereinbarungen der Professuren integriert werden.”
4. Anerkennung in der Lehre
Wissenschaftseinrichtungen mit Lehrbetrieb sollten den Mehraufwand für offene Wissenschaft und die Erstellung offener Lehrmaterialien (Open Educational Resources) honorieren, zum Beispiel durch Deputatsreduktionen.”
5. Anerkennung in der Forschung
Offene Wissenschaft macht Forschung transparenter und damit glaubhafter, belastbarer und kollaborativer. Ergebnisse können frei eingesehen und nachgenutzt werden. Das ist gute Wissenschaftspraxis, die durch Preise auf Fakultäts- oder Institutsebene (mit oder ohne Dotierung) honoriert werden sollte.
Stellungnahme zur geplanten EU-Urheberrechtsreform

Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft

Geschäftsstelle

Freie Lizenzen machen Wissen für alle Menschen zugänglich[edit]

Freie Lizenzen sind ein wichtiges Werkzeug, um Wissen für alle Menschen zugänglich zu machen, aber wie sie genau funktionieren, ist Nutzerinnen und Nutzern nicht immer klar.

Wikimedia Deutschland veröffentlichte deswegen zusammen mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen den Leitfaden "Open Content - Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen".
Deliberation

Die derzeitig praktizierte Form des “Rechts auf Vergessenwerden” wird abgelehnt[edit]

WMDE lehnt die derzeit unter dem Begriff “Recht auf Vergessenwerden” hauptsächlich diskutierte Suchmaschinen-Auslistung (Delisting) von URLs in der gegenwärtig praktizierten Form ab.

Wir haben Verständnis dafür, dass Menschen ein Interesse daran haben, dass bestimmte Informationen über sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr sehr leicht online auffindbar sind. Wir sind uns im Klaren darüber, dass Regelungen zum Umgang mit diesem Interesse und seiner Abwägung gegen das Informationsinteresse der Allgemeinheit insbesondere in Europa eine lange Tradition im Presserecht haben.

Dennoch machen die folgenden Eigenschaften den derzeitigen Delisting-Prozess unhaltbar, und zwar nicht nur zusammen genommen, sondern auch jeweils für sich:

Es besteht keinerlei Transparenz darüber, was die Abwägungsfaktoren sind, die im Einzelfall zu einem Delisting führen

  • Der Delisting-Prozess ist vollständig in die Verantwortung privater Unternehmen gelegt
  • Er führt zur Auslistung kompletter URLs und damit zwangsläufig zu einem Verschwinden von mehr Informationen aus Suchindizes als wirklich beanstandet wurden (overblocking)
  • Die Betreiber der Websites ausgelisteter URLs erfahren nicht, warum ihre Seiten ausgelistet wurden
  • Beschwerdeverfahren sind nicht vorgesehen und wären mangels Informationen über die Gründe der Auslistung auch kaum sinnvoll zu führen
  • Ein “Re-Listing”, also Wiederaufnahme in die angezeigten Suchergebnisse, ist nicht vorgesehen.
  • Ausgelistete URLs sind für immer aus der Websuche verbannt.

Wir fordern daher zuvorderst die Politik, aber in zweiter Linie auch die Suchmaschinenbetreiber dazu auf, die folgenden Grundsätze zu beachten:

  • Delisting darf allenfalls eine Ultima Ratio für den Fall sein, dass andere, weniger stark eingreifende Möglichkeiten zum Interessenausgleich ausgeschöpft wurden.
  • So weit wie möglich müssen community-basierte dialogische Verfahren Vorrang haben bei der Lösung von Konflikten zwischen persönlichkeitsrechtlichen Belangen Einzelner und der in Art. 5 Grundgesetz geschützten Meinungs- und Informationsfreiheit.
  • In jedem Falle muss sichergestellt sein, dass Archive, zu denen wir auch die Ebene der Versionsgeschichte von Wikipedia-Artikeln zählen, weiterhin alle wahren Tatsachen enthalten dürfen, die einmal in sie aufgenommen wurden.
  • Es muss Wege zur Überprüfung von Delisting-Ersuchen bzw. -Entscheidungen geben, etwa in Form eines Notice-and-Notice-Verfahrens. Der Weg über die ordentlichen Gerichte muss geöffnet sein.
  • Es muss eine Pflicht geben, Betreiber betroffener Websites darüber zu informieren, dass und warum bestimmte URLs in einen Delisting-Vorgang geraten sind.
  • Delisting-Vorgänge müssen so transparent ablaufen, dass sie nachvollziehbar sind, und sie dürfen nicht einzig in der Verantwortung privater Unternehmen wie Suchmaschinenbetreibern liegen.
Geschäftsstelle

Open Educational Resources tragen zur Chancengleichheit bei[edit]

Die Förderung der Erstellung, Sammlung und Verbreitung von Open Educational Resources trägt zu mehr Chancengerechtigkeit hinsichtlich des Zugangs zu Wissen und Bildung bei.

Die Förderung der Erstellung, Sammlung und Verbreitung von Open Educational Resources trägt zu mehr Chancengerechtigkeit hinsichtlich des Zugangs zu Wissen und Bildung bei. Es bietet sich nicht nur die Möglichkeit, Bildungsmaterialien für eine digitale Gesellschaft hervorzubringen – es wird auch ein wichtiger Beitrag für mehr Teilhabe an Bildung geleistet. Hierfür setzt sich Wikimedia Deutschland seit vielen Jahren ein. Das größte Wikimedia-Projekt, die Wikipedia, verdeutlicht dies auf eindrucksvolle Weise. Auch hier werden gemeinschaftlich Inhalte erstellt, kombiniert und unter einer freien Lizenz veröffentlicht, sodass sie direkt als Bildungsmaterial genutzt werden können.
Stellungnahme des Bündnisses Freie Bildung zur KMK-Strategie "Bildung in einer digitalen Welt"

Anliegen zu Bildungsgerechtigkeit

Geschäftsstelle

Das digitale Ehrenamt gestaltet unsere Welt mit[edit]

Es ist an der Zeit, dass ein steigendes Bewusstsein in Politik und Gesellschaft für die große Bedeutung des digitalen Engagements geschaffen wird.

Es ist an der Zeit, dass ein steigendes Bewusstsein in Politik und Gesellschaft für die große Bedeutung des digitalen Engagements geschaffen wird. Aus diesem Grund hat Wikimedia Deutschalnd in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen der Wikimedia Projekte fünf Punkte für die angemessene Förderung des digitalen Engagements erarbeitet.

1. Gleichberechtigte Anerkennung des digitalen Engagements auf Augenhöhe mit anderen Arten ehrenamtlicher Tätigkeiten.
2. Ermöglichung von Partizipation und Vielfalt im digitalen Raum zur Mitgestaltung der Gesellschaft.
3. Gewährleistung der Verfügbarkeit freier Inhalte, um offene Zugänge zu Wissen, Mediendateien und Daten zu erreichen und gemeinsames Engagement zu erleichtern.
4. Ausbau der Forschung, um mehr Wissen darüber zu gewinnen, wie die Entwicklung günstiger Rahmenbedingungen für das digitale Engagement effektiv gestaltet werden kann.
5. Weiterentwicklung und Aufbau staatlicher Förderprogramme zum digitalen Engagement.

Anliegen zum Digitalen Ehrenamt

Stellungnahme zur Stärkung des digitalen Ehrenamtes
Digitales Engagement - Analyse der Förderprogramme auf Bundesebene

Geschäftsstelle

Citizen Science als kollaborativen Weg zu wissenschaftlicher Erkenntnis fördern[edit]

Der Antrieb von Menschen, die Erkenntnisse über die Welt durch gemeinschaftlich betriebene Wissenschaftsprojekte (sog. Citizen Science) gewinnen wollen, sollten gefördert werden.

Nicht nur Wikipedia spielt aufgrund ihrer Reichweite eine wichtige Rolle im Bereich der Wissenschaftskommunikation. Es sind vor allem auch viele kleinere Wissenschaftsprojekte von Menschen, die enthusiastisch die Objekte ihrer Soezialinteressen erforschen und dadurch für uns alle neue Erkenntnisse gewinnen. Der Beitrag dieser Citizen Scientists war beispielsweise zentral bei der Erforschung der Ursachen des Insektenrückgangs in Deutschland. Wie bei Wikimedia-Projekten werden so Forschungsergebnisse werden von Ehrenamtlichen aufbereitet und für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Dabei gibt es keine strikte Trennung zwischen Laien und “professionellen” Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Gemeinsam verfassen sie Artikel (basierend auf Sekundärliteratur), diskutieren über Quellen, kontextualisieren und hinterfragen diese kritisch. Laien nehmen hier auf Augenhöhe am wissenschaftlichen Reviewprozess teil. Projekte wie Wikidata oder Wikimedia Commons wiederum eignen sich aufgrund ihrer technischen Beschaffenheit als digitale Infrastrukturen für die strukturierte Aufbewahrung und Verfügbarmachung von Daten, die im Rahmen von Citizen Science erhoben wurden.

Citizen Science ist daher aus Sicht von Wikimedia Deutschland eine wichtige Ausdrucksform bürgerschaftlichen Engagements und wird aus unserer Sicht eine Rolle in der Entwicklung der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts spielen, denn sie beinhaltet die aktive gesellschaftliche Beteiligung an der Gewinnung und Verbreitung von Wissen und verankert Wissensgewinnung in der Gesellschaft. Wikimedia Deutschland macht sich daher für einen weiteren Ausbau der Förderung von Citizen-Science-Projekten in Deutschland stark. Wir vertreten die Position, dass das im Rahmen von Citizen Science generierte Wissen frei verfügbar gemacht und digital zur Verfügung gestellt werden sollte, damit es von anderen optimal nachgenutzt werden kann und so sein gesellschaftlicher Nutzen maximiert wird. Weiterhin sehen wir Bedarf bei der Förderung des Austausches und der Vernetzung der bestehenden Communities, insbesondere in Bezug auf die stärkere Vernetzung der “analogen” Bürgerwissenschaften mit Citizen-Science-Projekten, die in der digitalen Sphäre wirken.

Geschäftsstelle

Hemmnisse für Text- und Datamining ab-, nicht aufbauen[edit]

Vieles, was wir heute wissen, ist nur dank groß angelegter Datenanalysen ans Licht gekommen. Darum sollten urheberrechtliche Regeln das maschinelle Analysieren von Daten möglichst wenig beschränken.

Daten sind die Grundlage von unzähligen Verfahren, mit deren Hilfe Entwicklungen und Muster erkannt werden können. Wichtige Erkenntnisse wie etwa über die Finanzsströme, die in den "Panama Papers" aufgedeckt wurden, sind ohne (teil-)automatisierte Datenanalyse (sog. Text and Data Mining, kurz TDM) genauso wenig denkbar wie Meta-Studien zu bestimmten medizinischen Fragen und vieles mehr. Wikimedia Deutschland steckt nicht zuletzt deswegen sehr viele Ressourcen in die Entwicklung von Wikidata, die für alle verfügbare weltweite Infrastruktur für Linked Open Data. Bislang gibt es gesetzliche Einschränkungen zu recht nur für Analyse und Verarbeitung personenbezogener Daten. Nicht personenbezogene Daten wie etwa Wetter-, Finanz-, Verkehrs- oder auch demografische Daten dürfen frei untersucht werden, ohne dass man um Erlaubnis fragen müsste – und das ist für die viel beschworene Wissensgesellschaft auch lebenswichtig.

Es gibt jedoch immer wieder Versuche, TDM urheberrechtlich als eine neue Nutzungsart zu deklarieren. Das würde dazu führen, dass vor jeder Analyse selbst frei zugänglicher Daten erst einmal Rechte geklärt und gegebenenfalls Lizenzen besorgt, sprich gekauft, werden müssten. Die folgen für Freies Wissen wären drastisch, nicht nur in Bezug auf Wikidata und die Wissenschaft, sondern gleichermaßen für Datenjournalisten und unzählige Projekte, die mit Datenanalysen arbeiten.

Wie behandeln dieses Thema mit in der Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft.
Geschäftsstelle

Datenbankherstellerrecht abschaffen oder reformieren[edit]

Positionstext in Arbeit ...

Ausführung: ...
Geschäftsstelle

Keine direkte urheberrechtliche Haftung für Intermediäre[edit]

Positionstext in Arbeit ...

Ausführung: ...