Wikimedia Deutschland/Offener Sonntag/Zukunft des Paid Editing

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Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des professionellen Schreibens in der Wikipedia[edit]

Das war der Titel eines Impulsreferats im Barcamp des Offenen Sonntags bei Wikimedia Deutschland, das am 26. Mai 2013 stattfand. Es gab eine Präsentation dazu, die aber nur zum Teil selbsterklärend ist, und von der der Autor nicht weiß, wie er sie in dieses Wiki einbetten kann.

Thema:

Das Community-Projekt-Budget-Projekt Wikipedia:Manual of Style/Accessibility Die Grenzen der Bezahlung und Ausmaß und Konflikte die durch professionelles Schreiben entstehen können.

Ansatz:

Professionelles Schreiben ist vielfältig, und die Konflikte werden uns die nächsten Jahre begleiten. Je näher professionelles Schreiben an die Kern-Community rückt, desto geringer werden inhaltliche Probleme, und desto gravierender werden soziale Probleme.

Ziel:

Vortrag und Diskussion sollten einen allgemeinen Überblick über Problemfeld und Behandlung geben, und die Hörer mit vielem offenen Fragen an das persönliche Wikipedia-Verständnis nach Hause schicken.

Ablauf:

Zuerst gab ich einen Eindruck über das CPB-Projekt und meine Aktivitäten in dessen Rahmen. Dann folgte ein Überblick über das bekannte Ausmaß an professionellem Schreiben, und über die potenziell daraus erwachsenden Konflikte.

Das Projekt[edit]

  • Existiert seit knapp 5 Monaten, und besteht vor allem aus Kommunikation in alle Richtungen.
  • In der Reihe der Wichtigkeit: Wikipedia, E-Mail, Blog/ andere Online-Medien, persönliche Treffen, (Workshops)
  • Im Zeitaufwand liegen E-Mails deutlich vorne, und nehmen mehr Zeit in Anspruch als vorhergesehen.

Professionelles Schreiben/Formen[edit]

Davon ausgehen, dass Wikipedia einst als rein ehrenamtliches Projekt begonnen hat, bei dem auch nie jemand bereit dafür gewesen wäre, Geld zu bezahlen. Dies ändert sich langsam. Dabei gibt es eine Bewegung aus der Welt hinaus zur Wikipedia, und eine von Wikip/media zur Welt.

  • Aus der Welt gibt es (mit zunehmender Kompetenz): Leute, die ihren eigenen Beitrag bearbeiten; normale PR/Social-Media-Agenturen, die auch Wikipedia mitmachen/ einige wenige Wikipedia-Agenturen/ Wikipedianer die sehr selten kleine Gefälligkeiten gegen Gegenleistungen gewähren.
  • Aus dem Wikip/media-Universum gibt es (mit zunehmender Entferung zur Kerncommunity): Projekte, die von Wikipedianern selbst kommen (in Deutschland zB CPB-Projekte, Fotoprojekte, Referenten); Wikipedia in Residences; Kooperationen mit GLAMs.
  • Dabei sind die Grenzen zwischen Wikipedianer-Projekten/Wikipedia-Agenturen sowie zwischen GLAM-Kooperationen und professioneller Öffentlichkeitsarbeit oft unklar, und ein Übergang von Einem zum Anderen leicht möglich. Auch zu indirekten Effekten kommt es: wenn die GLAM-Kooperationen die Erzeugung neuer Analyse-Tools befördern, befördert dies auch zum Beispiel jede andere Art des Schreibens im Auftrag.
  • Die Community reagiert darauf unhöflich aber unbestimmt. Die Faktoren, die professionelles Schreiben bisher begrenzen sind zum einen viele typische Newbie-Probleme (Bedienung zu aufwendig, Regeln zu undurchschaubar), von denen Profis noch stärker betroffen sind als andere (Unfreundlichkeit), Desinteresse (es gibt kaum Analyse-Tools) und die Angst vor dem Skandal.

Professionelles Schreiben/Potenzielle Konflikte[edit]

  • Grundsätzlich treffen beim professionellen Schreiben zwei Grundwerte der Wikipedia konfliktbehaftet aufeinander: "Wikipedia ist offen für jeden", und die bürgerliche Existenz spielt keine Rolle und "Wikipedia ist ehrenamtlich". Der Konflikt war zu Gründungszeiten nicht relevant und ist unauflösbar. Die Frage ist, wie er am besten ausgehalten werden kann.
  • In der Praxis treten zwei Konfliktfelder auf: nur wenige Auftraggeber sind dafür bereit, für neutrale Enzyklopädieartikel zu bezahlen. Die Aufragnehmer sind meistens auch nicht bereit, sich in die komplexen Wikipediaregeln einzuarbeiten. Ein Großteil der bezahlten Edits gehört inhaltlich nicht in die Wikipedia.
  • Wenn einige Wikipedianer für Tätigkeiten bezahlt werden, was andere umsonst machen, verstößt das fundamental gegen Gleichheits- und Gerechtigkeitsprinzipien. Diese sind zumindest im Selbstbild vieler Wikipedianer zentral, jede Bezahlung zwingt so zur Beschäftigung mit dem Selbstbild als Community.
  • Faustregel: je näher professionelles Schreiben an die eigentliche Kern-Community rückt, desto wichtiger werden soziale Aspeke von gefühlter Gleichheit, Gerechtigkeit und relativer Deprivation. Je weiter professionelles Schreiben von der eigentlichen Kern-Community wegrückt, desto wichtiger werden inhaltiche Aspekte von neutralem Standpunkt und enzyklopädischem Stil.

Lessons learned[edit]

  • Ungleichzeitigkeiten. Alle Menschen wissen unterschiedlich viel, was dazu führt, dass ich sehr oft dasselbe anderen Leuten erkläre. Das gilt selbst innerhalb der Wikipedia: Der Erklärungsbedarf ist enorm.
  • Versachlichung durch Langeweile funktioniert.
  • Timing ist wichtig. Im speziellen Fall: zu schnell sein ist schlecht, weil es die Community überfordert.