Strategy/Wikimedia movement/2018-20/Reports/Summary of Movement Conversations 2020/de

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Wie wir Verbindung aufgenommen haben …

Die Empfehlungen wurden in mehreren Formaten zur Verfügung gestellt: ein 20-seitiges Kerndokument, der 56-seitige erweiterte Text und ein 4-seitiges Begleitschreiben. Eine 1-seitige englischsprachige Zusammenfassung wurde von einem Freiwilligen geschrieben und zu einem popilären und leicht zugänglichen Einstieg in das Gespräch. Ebenfalls in englischer Sprache wurden eine Audio-Datei des Kerndokuments sowie ein Video einer Präsentation über die Empfehlungen zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden Übersetzungen in 12 Sprachen bereitgestellt, obwohl es bei Qualität und Länge Herausforderungen gab.

Fünf Wochen lang sprachen das Kernteam und die strategischen Kontakpersonen mit Gemeinschaften weltweit und den verschiedenen Stimmen, die die Bewegung ausmachen. Die Gespräche fanden auf den Wikis, per E-Mail, am Telefon, in sozialen Netzwerken und über Messaging-Dienste statt. Der Kontakt wurde für verschiedene Kontexte entsprechend angepasst. Vielen Dank an die Partnerorganisationen und Strategie-Begeisterten, die lokale und regionale Veranstaltungen durchgeführt haben; es sind bereits mehr als 40, und es werden immer mehr.

Wer beteiligte sich …

Strategie-Salon in Marokko
AdminCon in Dortmund
Strategiesalon in Haiti

Das Engagement mit Online-Gemeinschaften war eine wichtige Priorität, von Wikipedien in spanischer und arabischer Sprache bis hin zu Meta auf Englisch, Wiktionary in französischer Sprache und Wikisource in Hindi. Dies wurde durch engagierte Arbeit von den strategischen Kontaktpersonen und dem Kernteam, den Schreibenden, den Mitgliedern der Arbeitsgruppen, von Mitarbeitenden und Vorständen der Partnerorganisationen und der Wikimedia Foundation unterstützt. Hier sind einige Strategie-Veranstaltungen aufgeführt.

Viele Gemeinschaften in neu entstehenden Wikimedia-Gebieten, etwa in Afrika und Asien, waren ebenfalls begeistert davon, mitzumachen, ihre Erfahrungen zu teilen und an bewegungsweiten Diskussionen teilzunehmen. Die Strategie hat die Mitwirkenden in diesen Regionen miteinander und mit Agierenden der Bewegung in Verbindung gebracht, einschließlich größerer und etablierter Partnerorganisationen.[2] Wikimedia Frankreich beispielsweise unterstützte 10 lokale Präsenz-Veranstaltungen in anderen Ländern der WikiFranca-Kooperation.[3]

Einige Zahlen …

Die englischsprachige Einstiegsseite der Empfehlungen auf Meta wurde zwischen 20. Januar und 23. Februar fast 8.000 mal angeklickt, und fast 15.500 mal, wenn die Diskussionsseite dazugezählt wird.[4] Die Beiträge und Portale der englischsprachigen Wikipedia, der Commons und von Wikidata verlinkten ebenfalls nach Meta. Die höchsten Klickraten in weiteren Sprachen als Englisch gab es auf der deutschsprachigen Einstiegsseite mit 1.100, der französischsprachigen mit 904, der spanischsprachigen mit 403 und der arabischsprachigen mit 186 Aufrufen.[5] Die Beteiligten auf Meta hatten im Schnitt mehr als 20.000 Beiträge und ihr Konto war durchschnittlich 6,7 Jahre alt. Die ersten der 13 Empfehlungen wurden am Häufigsten aufgerufen.[6]

Eine zusammenfassende Übersicht der Beteiligung in lokaler Sprache und Englisch ist am Seitenende verfügbar.

Was gesagt wurde …

Eine wichtige Forderung war es, die Sprache einfacher und klarer zu machen. Sie sollte leichter verständlich und übersetzbar sein, Doppelungen sollten verringert und der Inhalt weniger vage zu formuliert werden, einschließlich der "erwarteten Ergebnisse" und ihres Zwecks. Klarheit wurde auch für Begriffe gefordert, die in den verschiedenen Sprachen und Kulturen unterschiedlich sind, wie z.B. Führung (Leadership), Gerechtigkeit (Equity), Interessenvertretung (Advocacy) und Vielfalt (Diversity).

Die Empfehlungen zur Bewegungsstrategie wurden so konzipiert, dass sie nicht vorschriftsmäßig sind, um Raum für lokale Anpassung und Kontextualisierung zu lassen, insbesondere da 89 verschiedenen Empfehlungen aus 9 verschiedenen Themenbereichen zusammengeführt wurden. Es gab jedoch viele Bitten, den Text spezifischer, weniger im "Jargon" gehalten und direkter zu gestalten, wie z.B. die Unterscheidung zwischen Beteiligten (Stakeholders), wenn es um Online- oder "Offline"-Gemeinschaften, die Wikimedia Foundation oder Partnerorganisationen (Affiliates) geht.

Es wurde gefordert, bestimmte Inhalte deutlich zu machen: Dezentralisierung, die integrale Werte der Bewegung von Freiwilligkeit und Freiem Wissen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Bezug auf die Bewegung und die Welt, Frauen, LGBTQ+ und andere unterrepräsentierte Gemeinschaften in der Bewegung, Interessenvertretung (Advocacy), ökologische Nachhaltigkeit, Klimawandel und ökologischer Fußabdruck der Bewegung, Technologie- und Entwicklungsgemeinschaften, Nutzungserfahrung, interne Plattformen, die zentrale Bedeutung von Open Source und eine bessere Einbeziehung von Wissensnutzenden.

Kleinere und neuere Gemeinschaften oder Partnerorganisationen haben oft mit der alltäglichen Komplexität zu kämpfen und haben die Notwendigkeit einer verbesserten Beteiligung an Entscheidungsfindung, Zuweisung von Ressourcen und relevanten Fähigkeiten, besserer Vertretung, technischer Hilfe, finanzieller Unterstützung, zugänglichem Bewegungswissen und Koordination mit den agierenden Gruppen und Partnerorganisationen der Bewegung hervorgehoben. Auf einer höheren Ebene beginnen die Empfehlungen, diese Hindernisse anzugehen. Auf einer tieferen Ebene gab es viele Fragen aus allen Gemeinschaften in Bezug auf die Umsetzung und die notwendigen Gespräche darüber, wie und durch wen Ideen und "erwartete Ergebnisse" vorangetrieben und wie hoch die Kosten dafür sein werden sowie wie die Koordination sichergestellt werden soll.

Unterstützte Bereiche …

Es gibt Konzepte, die auf der gegenwärtigen Ebene der Empfehlungen im Allgemeinen unumstritten sein könnten, etwa die Verbesserung der Benutzungserfahrung (# 3), insbesondere für Multimedia, und die Senkung der Schwelle für Bearbeitungen auch auf mobilem Wege, dazu das interne Wissensmanagement (# 8) und die Evaluierung (# 12). Einige dieser Konzepte greifen seit langem bestehende Lücken in der Bewegung auf, obwohl es Fragen zu den damit verbundenen Werkzeugen (Tools) und Prozessen gibt.

Es gab starke Unterstützung für verteilte Strukturen und Systeme (# 5 und # 6), die eine vielfältigere Vertretung, lokale Stellen, regionale Vernetzung, klare Rollen und Verantwortlichkeiten, gerechte und verantwortliche Verteilung der Ressourcen und eine größere lokale Autonomie mit sich bringen. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der bestehenden Machtungleichgewichte in der Bewegung und der unterschiedlichen Anwendungen für Online-Gemeinschaften. Es gibt auch starke Unterstützung für die Ermöglichung eines freundlicheren Umfelds und für die Bekämpfung von Belästigungen (# 4), obwohl das Unterthema IP-Maskierung umstritten war.

Es gibt Unterstützung für die systematische Entwicklung von Fähigkeiten in der Bewegung (# 7), einschließlich der Möglichkeit, vorhandenes Fachwissen zu nutzen, z.B. durch Mentoring und durch den Aufbau individueller und organisatorischer Kapazitäten auf Grundlage lokal festgestellter Bedürfnisse, mit sprachlicher Anpassungsfähigkeit und entsprechenden Instrumenten. Für einige mag dies vollständig online und selbstorganisiert erfolgen, während andere mehr von persönlichem Wissenstransfer und Vernetzung profitieren würden. In diesem Zusammenhang werden im Allgemeinen verteilte Kapazitäten und Führungsqualitäten (# 6) unterstützt, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf einer verbesserten Einbeziehung und Befähigung von Einzelpersonen und Organisationen. Allerdings ist das Konzept der Führung nicht universell, und sogar das Wort "Führung" (Leadership) selbst hat eine Debatte ausgelöst.

Eine engere, sinnvollere und systematischere Zusammenarbeit mit Entwicklungsabteilungen von Dritten und Freiwilligen im Allgemeinen wurde in vielen diesbezüglichen Diskussionen unterstützt. Diese Rückmeldungen können für eine allgemeine Verbesserung des Miteinanders mit den Gemeinschaften in allen Angelegenheiten der Bewegung, sowohl on- als auch offline, genutzt werden. Bedenken gab es aber zu Details einiger Konzepte, etwa zum Tech-Rat (Tech Council, # 9) und die Rückmeldungen dazu waren geteilt.

Debattierte Bereiche …

Im Allgemeinen wird befürchtet, dass die Umsetzung (Implementation) von oben nach unten erfolgt, dass sie sich aufzwingt, Autonomie und Souveränität untergräbt und in die Selbstverwaltung der Projekte und Gemeinschaften eingreift. Fragen der Umsetzung und Souveränität wurden ausführlich zu Konzepten wie Dezentralisierung, dem Organ der WMF für gute Organisation und Rechenschaftspflichten (Global Governance Body), regionale und thematische Knotenpunkte (Hubs) diskutiert, und zwar im Hinblick auf rechtliche Auswirkungen, Zusammensetzung und Vertretung, die Gefahr einer zunehmenden Bürokratie, die bestehenden Bewegungsstrukturen und Interessengruppen (Stakeholders) sowie die Frage, woher die finanziellen und personellen Ressourcen für die neuen Strukturen kommen sollen.

Die Bedenken hinsichtlich Autonomie, Souveränität und Freiheit erstrecken sich auf alle vorgeschlagenen inhaltlichen Richtlinien und die Richtlinien und Protokolle, die durchgesetzt werden sollen, sowie auf Bedeutung und Auswirkungen, zugrundeliegenden Analysen und damit verbundenen Entscheidungen. Ähnliche Bedenken gelten für Relevanzkriterien, Theoriefindung und Belege, hier wurden mündliches Wissen (Oral Knowledge) und "nicht-westliche" Informationsquellen diskutiert. Es ist zu beachten, dass viele dieser kontroversen Themen bereits vor der Strategiediskussion angeschnitten wurden.

Forderungen nach einer systematischen Konfliktlösung und damit verbundener Ausbildung, nach der Verhinderung von Belästigung und nach einem universellen Verhaltenskodex waren weit verbreitet und tauchten schon früh in den Diskussionen der Arbeitsgruppen auf, um gesunde Interaktionen und Gemeinschaften zu unterstützen. Das Spektrum der Rückmeldungen war breit gefächert und reichte von voller Unterstützung und der Forderung nach noch mehr Maßnahmen gegen Belästigung bis hin zur völligen Ablehnung unter Hinweis auf frühere und laufende Maßnahmen sowie auf Bedenken hinsichtlich Transparenz und Überprüfbarkeit beim Sperren von Konten und den Personen, die sie betreiben.

Es gibt Befürchtungen im Zusammenhang mit der Kommerzialisierung von Wikimedia, wie z.B. das Angebot einer "Premium"-Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) für große kommerzielle Nutzer - bei gleichzeitiger Unterstützung und Ablehnung. Auch wenn anerkannt wird, dass große kommerzielle Nutzer einen Teil der begrenzten Ressourcen von Freiwilligen und WMF verbrauchen und man sich der Tatsache bewusst ist, dass für die Zukunft der Bewegung höhere Einnahmen erforderlich sind, bestehen weiterhin angesichts unserer Geschichte und unserer Rolle im Netzwerk des Freien Wissens Befürchtungen vor Kommerzialisierung. Ähnliche Bedenken gibt es in Bezug auf die Entschädigung von Einzelpersonen für nicht redaktionelle Aktivitäten. Es wird zwar anerkannt, dass Freiwilligenarbeit für Aktivitäten wie Organisation, Veranstaltungen und den Aufbau von Fertigkeiten in der Zukunft nicht nachhaltig ist, insbesondere in Teilen der Welt, in denen wir den größten Spielraum haben, um zu wachsen, aber es gibt Befürchtungen, bezahltes Schreiben (Paid Editing) zu ermöglichen.

Wie es weitergeht …

Es gibt viele Fragen zur Umsetzung (Implementation) der Strukturen und Konzepte, die in der Strategie vorgeschlagen wurden, und es wurden Anregungen zur Vorbereitung der nächsten Phase und zur Gewährleistung eines reibungslosen Übergangs gemacht. Selbst bei starker Unterstützung oder vorsichtigem Optimismus gibt es Forderungen nach inhaltlichen Änderungen, weiterer Klarheit, Vereinfachung der Sprache, besseren Übersetzungen und fortgesetzten Gesprächen mit den Gemeinschaften, während wir voranschreiten.

Es gibt keinen einheitlichen Ansatz, und kollektive Entscheidungen zu treffen, war in unserer Bewegung noch nie einfach. Die Rückmeldungen der Gemeinschaften und die Hinweise des Kuratoriums der Wikimedia Foundation werden einer kleinen Gruppe von Schreibenden helfen, die vom 10. bis 12. März zusammenkommen, um die Empfehlungen zu verfeinern und zu einem endgültigen Stand zu bringen. Wir werden die Entscheidungen weiterhin aktualisieren und kommunizieren. Wir sind dankbar für die erhaltenen Rückmeldungen und möchten allen danken, die daran teilgenommen haben.

Mehr erfahren

Kurzinformationen über die Rückmeldungen der einzelnen Gemeinschaften gibt es hier (auf Englisch bzw. Lokalsprache):

Einzelnachweise

  1. Die strategische Ausrichtung: Im Jahr 2030 wird Wikimedia das Fundament im Ökosystem des Freien Wissens sein und alle, die unsere Vision teilen, können sich uns anschließen.
  2. Ein Blick auf die 2019er Community-Insights-Umfrage-Zahlen hat gezeigt, dass das Bewusstsein und die Unterstützung für die Bewegungsstrategie unter den asiatischen und afrikanischen Beitragenden gestiegen ist.
  3. WMFR unterstützte Strategie-Veranstaltungen mit insgesamt über 180 Teilnehmenden in Algerien, Benin, Kamerun, Republik Côte d’Ivoire, Kongo, Guinea, Haiti, Mali, Marokko, Senegal, Tschad, Togo und Tunesien.
  4. Aufrufzahlen der englischsprachigen Einstiegsseite
  5. Aufrufzahlen der Einstiegsseite in 10 Sprachen
  6. Die Zahlen steigen bei den Empfehlungen 5 und 6 - gerechte Entscheidungsfindung und verteilte Führung - und bei den Empfehlungen 10 und 11 - Priorisierung von Themen nach Wirkung und Innovation für Freies Wissen -, die ein beachtliches Maß an Debatte und Diskussion aufweisen.